Keine Einigung über Chemiebelastung auf Militärflugplatz

Lesedauer: 2 Min
Deutsche Presse-Agentur

Nach der Klage der oberbayerischen Marktgemeinde Manching gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen giftiger Chemikalien auf einem Militärflugplatzes hat es am ersten Prozesstag keine Einigung zwischen den Parteien gegeben. In den nächsten Wochen hätten beide Seiten nun die Gelegenheit zu schriftlichen Stellungnahmen, sagte die Sprecherin des Landgerichts Ingolstadt, Heike Linz-Höhne, nach der Verhandlung am Mittwoch.

Manching (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) verklagt den Bund, weil die Luftwaffe früher an dem Flugplatz Löschschaum mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) eingesetzt hat. Seit 2011 darf der Stoff nicht mehr verwendet werden. PFC ist schwer abbaubar und gilt als gesundheitsschädigend. Die Chemikalie steht im Verdacht, krebsfördernd zu sein.

Mit der Klage will die Kommune insbesondere die Haftung des Bundes für Folgeschäden der früheren PFC-Nutzung feststellen lassen. Es wird befürchtet, dass sich die Gefahrstoffe mit den Kunststoff-Trinkwasserleitungen der Gemeinde verbinden und so eine schätzungsweise bis zu 50 Millionen Euro teure Sanierung nötig werden könnte. Zudem gibt es auch eine Bürgerinitiative in Manching, weil Immobilieneigentümer befürchten, dass ihre Grundstücke durch die Umweltverschmutzung entwertet werden.

Streit um eine PFC-Belastung gibt es auch in anderen Regionen, beispielsweise im mittelfränkischen Ansbach wegen des dortigen US-Militärflugplatzes. Als erste Kommune in Deutschland hatte Manching Klage eingereicht. Sollten sich die Parteien nicht einigen, droht ein jahrelanger Rechtsstreit.

Bürgerinitiative

Infos der Gemeinde

Gemeinde zu PFC-Untersuchungen 2019

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen

Leser lesen gerade