Kanzlerkandidatur: Hans betont Bedeutung von Umfragen

Tobias Hans
Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlandes. (Foto: Michael Kappeler / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Im Unions-Machtkampf um die Kanzlerkandidatur hat der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) die Bedeutung von Umfragen für die Entscheidungsfindung herausgestellt. „Es ist völlig klar, dass die Frage, mit welcher Person man die besseren Chancen bei den Wahlen hat, eine zentrale Rolle spielen muss“, sagte Hans der „Welt“ (Samstag). Umfrage-Ergebnisse alleine sollten nicht im Vordergrund stehen. „Aber sie geben schon einen wichtigen Hinweis darauf, wie man sich im Wahlkampf aufzustellen hat“, sagte Hans.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte sich am Donnerstag als erstes CDU-Präsidiumsmitglied bereits ähnlich geäußert. Auch CSU-Chef Markus Söder selbst verweist in der Auseinandersetzung um die K-Frage auf die seit vielen Monaten für ihn sehr positiven Umfragen. Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet dagegen betont immer wieder, Umfragen könnten sich auch sehr schnell ändern.

Die CDU-Führung hatte sich am Montag hinter Laschet gestellt, die CSU-Spitze hinter Söder - beide jeweils ohne förmlichen Beschluss.

Hans sagte dazu der „Welt“: „Ich habe den Beschluss des Parteipräsidiums nie so verstanden, dass es nur Armin Laschet werden kann. Wir haben festgestellt, dass es zwei geeignete Kandidaten gibt. Der Auftrag war, dass Armin Laschet die Frage Kanzlerkandidatur mit Markus Söder klärt.“ Dass sich ein Parteipräsidium hinter seinen Vorsitzenden stelle, sei doch verständlich, sagte der CDU-Politiker.

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte Söder am Donnerstag zum Rückzug aufgefordert. Und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte dem Hessischen Rundfunk: „Es ist doch völlig klar, dass die große CDU - das hat Markus auch immer gesagt - das erste Zugriffsrecht hat. Und genau das haben wir gemacht.“ Bouffier betonte, er stehe weiter hinter Laschet.

Hans erklärte nun, an der Basis gehe es nicht um die Frage „CDU oder CSU“. „Sondern es muss um die Frage gehen: Mit wem steht die Union am Wahlabend vorne? Die Union kann nur gewinnen, wenn sie geschlossen steht. Und wir brauchen eine motivierte Basis, um einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen.“ Hans appellierte an Laschet und Söder, sich schnell zu einigen. „Niemand muss beschädigt aus dieser Auseinandersetzung herausgehen“, sagte der CDU-Politiker. Beide seien Parteivorsitzende, beide seien und blieben Ministerpräsidenten. „Beide werden in der Union gebraucht.“

© dpa-infocom, dpa:210416-99-232793/3

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Impftermin-Ampel: Jetzt mit Push-Nachrichten für Ihr Impfzentrum

Die Impftermin-Ampel von Schwäbische.de zeigt mit einem Ampelsystem Impfzentren der Region an, in denen es gerade freie Termine gibt. 

+++ JETZT NEU: Nutzer mit einem Schwäbische Plus Basic, Premium- oder Komplettabo können sich nun exklusiv und noch schneller per Pushnachricht aufs Handy über freie Termine bei Ihrem Wunsch-Impfzentrum informieren lassen. Hier geht es direkt zum Push-Service, Abonnenten können ihn sofort nutzen.

Nutzer ohne Abo können weiterhin die bestehende Impfampel auf dieser Seite hier nutzen.

„Sich aus Angst vor einem nicht auszuschließenden Impfdurchbruch nicht impfen zu lassen ist ein bisschen wie Selbstmord aus Angs

Trotz doppelter Impfung fünf Corona-Fälle im Landkreis Ravensburg

Es gibt sie, die Menschen, die sich trotz doppelter Corona-Impfung noch mit dem Virus infizieren. Experten sprechen hierbei von einem Impfdurchbruch.

In Bad Waldsee ist dem Vernehmen nach ein derartiger Fall aufgetreten. Schnell haben sorgenvolle Gedanken die Runde gemacht.

Diesen Ängsten tritt Michael Föll, Leiter des Gesundheitsamts am Ravensburger Landratsamt, mit äußerst klaren Worten entgegen: „Sich aus Angst vor einem nicht auszuschließenden Impfdurchbruch nicht impfen zu lassen, ist ein bisschen wie Selbstmord ...

 Wieder sind bei Kindern viele Coronainfektionen nachgewiesen worden.

Kinder aus 14 Einrichtungen müssen in Quarantäne

Trotz Notbetreuung gibt es wieder zahlreiche Fälle von Kindern und Jugendlichen, die in Schulen und Kindergärten mit dem Coronavirus in Berührung gekommen sind. Auch Erzieherinnen und Lehrer sind von Infektionen betroffen. Das Gesundheitsamt hat die Infizierten sowie ihre Kontaktpersonen umgehend über ihre Quarantäne informiert, um weitere Ansteckungen zu verhindern.

Folgende Einrichtungen sind betroffen:Kindergarten „Bärenstark“, Blaustein-Arnegg: Ein Kind wurde positiv auf Covid-19 getestet, 17 Kinder wurden als enge ...

Mehr Themen