Laschet und Söder wollen Kandidatur diese Woche klären

Armin Laschet
Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. (Foto: Michael Kappeler / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der Union dürfte in den nächsten Tagen fallen. CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder wollen noch in dieser Woche eine Klärung herbeiführen. „Ich will, dass wir sehr schnell, sehr bald, möglichst in dieser Woche zu einer guten Entscheidung kommen“, sagte Laschet am Dienstagabend nach einem Auftritt mit Söder vor der Unionsfraktion im Bundestag. Söder erklärte: „Armin und ich haben vereinbart, dass wir uns in dieser Woche auch abschließend dann besprechen werden, wie es weitergehen wird.“

In der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatten sich Söder und Laschet zuvor einen offenen Schlagabtausch geliefert. „Wir brauchen keine One-Man-Show“, sagte Laschet nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern offenbar in Richtung Söder. Dieser wies demnach darauf hin, dass Wahlen persönlichkeitsgeprägt seien und Fernsehduelle eine wichtige Rolle spielten. „Wir brauchen ein gutes Team, aber Spitze ist auch entscheidend.“ Dies konnte als Hinweis auf seine wesentlich besseren Umfragewerte verstanden werden.

Am Montag hatten die Präsidien von CDU und CSU jeweils ihrem Vorsitzenden den Rücken für die Kanzlerkandidatur gestärkt. Söder bestand aber darauf, auch ein Meinungsbild der Bundestagsfraktion einzuholen. Dort gab es dann am Dienstag nach Teilnehmerangaben Dutzende Wortmeldungen - insgesamt mehr für Söder als für Laschet. Der bayerische Ministerpräsident habe auch etwa doppelt so lang geredet wie sein NRW-Kollege, hieß es. Durchgängig forderten die Abgeordneten, die Entscheidung schnell zu treffen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter aus Baden-Württemberg sagte am Abend im „heute journal“ des ZDF, es habe ein spannendes Meinungsbild gegeben, aber keine ganz klare Tendenz. Der CDU-Abgeordnete Norbert Barthle aus demselben Landesverband meinte dagegen, die Stimmungslage habe „eindeutig wiedergegeben“, dass Rückendeckung für Laschet vor allem aus seinem NRW-Landesverband komme, die anderen Landesverbände dagegen zu Söder tendierten.

CSU-Generalsekretär Markus Blume sprach von einer sehr guten, offenen, ehrlichen Aussprache. Söder sei derjenige, „der da draußen unheimlich stark und gut ankommt“, sagte er in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“. Wichtig sei die Frage, was die Unionsparteien in der Breite dächten. „Wir wollen eine Bewegung erzeugen. Und wir wollen den Besten aufstellen“, sagte Blume. „Da sind die zwei, drei Tage gut investiert.“

Eine Mehrheit der Bundesbürger sieht die Bewerbung Söder um die Kanzlerkandidatur der Union positiv. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwoch) nannten es 58 Prozent der Befragten richtig, dass der bayerische Ministerpräsident seine Bereitschaft erklärt hat, Kanzlerkandidat der Union zu werden. 30 Prozent erklärten, dass sie Söders Griff nach der Spitzenkandidatur für falsch halten. Zwölf Prozent zeigten sich unentschieden.

Besonders groß ist die Rückendeckung für Söder den Angaben zufolge im Unionslager: 86 Prozent der CDU/CSU-Anhänger begrüßen Söders Schritt. Auch 50 Prozent der Grünen-Anhänger und 47 Prozent der SPD-Wähler werten es als positiv, dass der CSU-Chef antreten möchte. Unter den FDP-Anhängern sind es 45 Prozent. Lediglich bei den Anhängern von Linken und der AfD ist die Ablehnung größer als die Zustimmung.

© dpa-infocom, dpa:210413-99-191612/3

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Impftermin-Ampel: Jetzt mit Push-Nachrichten für Ihr Impfzentrum

Die Impftermin-Ampel von Schwäbische.de zeigt mit einem Ampelsystem Impfzentren der Region an, in denen es gerade freie Termine gibt. 

+++ JETZT NEU: Nutzer mit einem Schwäbische Plus Basic, Premium- oder Komplettabo können sich nun exklusiv und noch schneller per Pushnachricht aufs Handy über freie Termine bei Ihrem Wunsch-Impfzentrum informieren lassen. Hier geht es direkt zum Push-Service, Abonnenten können ihn sofort nutzen.

Nutzer ohne Abo können weiterhin die bestehende Impfampel auf dieser Seite hier nutzen.

 Der kleine Grenzverkehr soll bald wieder möglich sein. Wahrscheinlich aber noch nicht am Mittwoch.

Söder verwirrt mit Aussage zur Grenzöffnung – Österreich zieht noch nicht mit

Zum Einkaufen, Tanken oder zum Essen nach Vorarlberg fahren: Für Lindauer soll das ab Mittwoch kein Problem mehr sein. Das zumindest hat Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag verkündet. Eine Hau-Ruck-Aktion, die am Dienstagnachmittag auf beiden Seiten der Grenze für Verwirrung sorgt – und so auch nicht ganz stimmt. Denn Vorarlberg zieht noch nicht mit. Die Menschen auf beiden Seiten der Grenze brauchen wohl noch etwas Geduld.

Vor Corona hat Alexander Pfaff, Chef der Lindauer Grenzpolizei, auf seiner Dienststelle vermutlich ...

Symbolbild Impfung

Corona-Newsblog: Priorisierung für alle Impfstoffe wird in Arztpraxen aufgehoben

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹: Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 38.500 (467.881 Gesamt - ca. 414.800 Genesene - 9.565 Verstorbene) Todesfälle Baden-Württemberg: 9.565 Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 140,6 Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 251.300 (3.533.

Mehr Themen