Jonas Kaufmann: Kultur ist wie das tägliche Brot

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Jonas Kaufmann
Jonas Kaufmann bei einem Termin. (Foto: Peter Kneffel / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Startenor Jonas Kaufmann sorgt sich um die Bedeutung der klassischen Musik. „Ich fürchte, klassische Musik hat längst nicht mehr den Status, den „Sitz im Leben“, den sie mal hatte - auch in Deutschland nicht, wo man doch Kunst und Kultur gern als tragende Säulen der Gesellschaft bezeichnet hat“, sagte der 50-Jährige dem „Münchner Merkur“ (Mittwoch). Die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen könne diese Entwicklung noch beschleunigen. „Ich glaube nicht, dass es nach der Krise noch all die Möglichkeiten und Angebote geben wird, die wir vorher als selbstverständlich betrachtet haben.“

Ganz die Hoffnung aufgeben will Kaufmann aber nicht. „Viele Menschen wissen Dinge erst dann wirklich zu schätzen, wenn sie sie verloren haben“, sagte er. „Also hoffe ich, dass die Reduzierung des kulturellen Angebotes letztlich zu einer verstärkten Nachfrage führt, vielleicht auch zu einer Bewusstseinsänderung, dahingehend dass es hier nicht um Luxusartikel geht, sondern um das tägliche Brot.“

Verbesserungen wünscht sich Kaufmann bei den Hilfen für Künstler, denen durch die Corona-Pandemie Auftritte und damit Einnahmen weggebrochen sind. Anfangs habe sich niemand dafür interessiert, die Künstler seien im Regen stehengelassen worden. Dabei sei die Zahl der Beschäftigten im Kulturbetrieb fast so hoch ist wie in der Automobilindustrie. Mittlerweile hätten die Politiker die Schieflage zumindest zur Kenntnis genommen. „Man versprach, sich der Sache anzunehmen. Wäre schön, wenn den Worten auch Taten folgen würden. Aber große Hoffnung habe ich nicht.“

Münchner Merkur

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