Irans Anteil an Bayerns Exporten im Promillebereich

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Deutsche Presse-Agentur

Der amerikanisch-iranische Konflikt ist für die bayerische Wirtschaft praktisch bedeutungslos. Hatten bayerische Unternehmen 2018 noch für 316 Millionen Euro Maschinen, Elektronik und andere Güter in die Islamische Republik exportiert, schrumpften die Ausfuhren in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres auf nur noch 81 Millionen Euro - gerade mal 0,5 Promille der bayerischen Exporte.

„Im Iran besteht eine hohe Nachfrage nach Gütern, die Bayern liefern kann“, sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Aber notwendig sei auch, „dass internationale Regeln durch den Iran eingehalten werden müssen“. Die bayerische Wirtschaft setze grundsätzlich auf Wandel durch Handel, „auch wenn die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten zu großer Verunsicherung der Wirtschaft führen“.

Iran hatte sich 2015 verpflichtet, mit seinem Atomprogramm keine Waffen zu bauen, die Sanktionen waren darauf aufgehoben worden, die bayerischen Exporte stiegen 2017 auf 356 Millionen Euro. Die vbw hatte in Teheran eine eigene Repräsentanz und ein Büro in der iranischen Investitionsbehörde eingerichtet, und die iranische Behörde bezog ein Büro im Haus der bayerischen Wirtschaft in München. „Das Büro der iranischen Investitionsbehörde IDRO in München wird derzeit und auf mittelbare Sicht nicht genutzt“, sagte Brossardt.

Von Januar bis Oktober 2019 exportierte Bayerns Wirtschaft Waren im Wert von rund 160 Milliarden Euro. Wichtigstes Exportland waren die USA. Die USA hatten das Atomabkommen mit dem Iran 2018 gekündigt.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hatte am Montag erklärt, bei einer weiteren Eskalation im Nahen Osten könnten die Heizöl-, Benzin- und Dieselkosten auch in Deutschland spürbar steigen. Die deutschen Exporte in den Iran betrugen von Januar bis Oktober 2019 nur noch 1,2 Milliarden Euro - halb so viel wie 2018.

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