Initiative gegen die „Fahrrad-SUVs“: Naturschützer wollen E-Mountainbikes aus den Bergen verbannen lassen

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Ein Mountainbiker in den Bergen
Der Radlerboom ist dank der Mountain-E-Bikes inzwischen auch in den Bergen angekommen. Das führt zu Streit zwischen Wanderern, Radlern und Grundbesitzern. (Foto: Shutterstock)
Ralf Müller

Die explosionsartige Zunahme der elektrounterstützten Mountainbikes (MBs) alarmiert den Bund Naturschutz (BN) in Bayern. Dessen Landesvorsitzender Richard Mergner forderte am Freitag in München, in alpinem Gelände die E-MBs gesetzlich nicht länger unmotorisierten Bikes gleichzustellen. Damit wären die geländegängigen Pedelecs grundsätzlich von Bergen verbannt.

Die zuständigen Landratsämter sollen nach dem „Diskussions- und Forderungspapier“ des BN aber ermächtigt werden, „geeignete Wege“ zum Befahren mit E-Mountainbikes zuzulassen, wenn diese entsprechend ausgebaut sind und die „naturschutzfachliche Wertigkeit“ des Gebiets dies zulässt.

Nach dem bayerischen Naturschutzgesetz wäre die Nutzung motorisierter Fahrräder in der freien Natur ohnehin nicht zulässig. Vor sieben Jahren hatte das Landesumweltministerium E-Bikes jedoch unmotorisierten Fahrrädern gleichgestellt.

Es gehe dem BN nur um E-Mountainbikes im alpinen Gelände, keineswegs um die elektrounterstützten Fahrräder im Allgemeinen, versicherte der Geschäftsführer des BN-Arbeitskreises Alpen, Thomas Frey. Im Gegenteil seien Pedelecs erwünscht, weil sie dazu beitrügen, die Pkw-Nutzung zu reduzieren.

Die Berg-E-Bikes hätten jedoch zu einer „Revolution der Mobilität“ am Berg geführt, sagte der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen, Axel Doering.

Bergsport darf nicht zum Motorsport werden.

Axel Doering

Kleine und steile Wege, die bislang durch die Schwerkraft den Wanderern vorbehalten gewesen seien, würden jetzt durch die E-MBs erobert. „Die letzten Fenster des entspannten Draußenseins schließen sich“, beschrieb Doering die Entwicklung in der Bergwelt. Was stattfinde, sei „ein Irrsinn“, sagte der BN-Vorsitzende Mergner: „Bergsport darf nicht zum Motorsport werden.“ Der BN wolle jetzt Landräten und Kreistagen die Möglichkeit geben, Begrenzungen einzuführen. Die „Fehlentwicklung“ sei vergleichbar mit dem Vordringen der SUVs im Autobereich. „Fahrrad-SUVs“, so Mergner, hätten jedoch in den höchsten Regionen der Alpen keinen Platz.

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