Infektiologe sagt im Bayern-Ei-Prozess aus

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Fortsetzung im Prozess um den Bayern-Ei-Skandal
Der frühere Geschäftsführer der Firma Bayern-Ei steht im Sitzungssaal zwischen seinen Verteidigern. (Foto: Armin Weigel/dpa / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Tod eines 94 Jahre alten Mannes nach zwei Salmonelleninfektionen und salmonellenverseuchten Eiern der Firma Bayern-Ei? Ein Sachverständiger der Uniklinik Köln hat im Prozess gegen den Ex-Bayern-Ei-Geschäftsführer hierzu am Dienstag vor dem Landgericht Regensburg sein Gutachten vorgestellt. Demnach sei der Tod des Seniors „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch die erste Infektion mitverursacht worden“. Den Ermittlungen nach hatte der 94-jährige Österreicher vor der ersten Infektion ein Gericht mit Eiern der Firma Bayern-Ei gegessen. Die Frage, ob diese Eier tatsächlich die erste Infektion ausgelöst hatten, war nicht Gegenstand des Gutachtens.

Der ehemalige Bayern-Ei-Chef muss sich fünf Jahre nach dem Salmonellen-Skandal unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge, gewerbsmäßigen Betrugs sowie lebensmittel- und tierschutzrechtlichen Verstößen verantworten. Sein Verteidiger Ulrich Ziegert weist die Vorwürfe gegen seinen Mandanten zurück.

Aus Sicht der Ermittler hat der Angeklagte im Jahr 2014 als Chef des Legehennen-Mastbetriebs in Aiterhofen (Landkreis Straubing-Bogen) die Auslieferung von Eiern mit der Kennzeichnung Güteklasse A veranlasst, obwohl in den Produktionsstätten Salmonellen nachgewiesen worden waren. Zwischen Juni und Oktober 2014 sollen mehr als 180 Konsumenten aus Deutschland, Österreich und Frankreich an Salmonellen erkrankt sein, 40 der Fälle kamen zur Anklage. Ein Mensch soll nach dem Verzehr von Bayern-Ei-Ware gestorben sein.

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