In CDU wächst Druck für schnelle Kanzlerkandidatenkür

Armin Laschet (CDU, l) und Markus Söder (CSU)
Armin Laschet (CDU, l), Ministerpräsident in NRW, und Markus Söder (CSU), Ministerpräsident in Bayern. (Foto: Guido Kirchner / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Angesichts der derzeitigen Schwäche der Union wächst in der CDU der Druck für eine baldige Entscheidung über die Kanzlerkandidatur. Die als Konkurrenten geltenden Parteivorsitzenden Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) hatten sich ursprünglich auf einen Zeitraum zwischen Ostern und Pfingsten - also bis in sechs Wochen - geeinigt; inzwischen drängt auch Laschet auf eine sehr schnelle Klärung.

Der CDU-Politiker Friedrich Merz und der Chef der wahlkämpfenden CDU in Sachsen-Anhalt, Swen Schulze, forderten ebenso wie Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus mehr Tempo. Merz, der sich im „Westfälischen Anzeiger“ und „Sauerlandkurier“ (Samstag) für Laschet aussprach, sagte im selben Interview: „Ich hoffe, dass die Frage der Kanzlerkandidatur in den nächsten Tagen entschieden wird. Sie hat weder mit Ostern noch mit Pfingsten zu tun. Worauf wollen wir denn noch warten? Auf die Auferstehung - von wem? Auf den Heiligen Geist - für wen? Es wird Zeit.“

Der Sachsen-Anhaltiner Schulze sagte im „Spiegel“: „Die K-Frage muss in den nächsten zwei Wochen geklärt werden. Wir brauchen rasche Klarheit für die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt.“ Dort wird am 6. Juni gewählt. Auf einen der Kontrahenten legte er sich aber nicht fest. „Uns ist wichtig, dass man sich mit den spezifischen Herausforderungen Ostdeutschlands auseinandersetzt. Laschet hatte zuletzt größeres Interesse gezeigt, Markus Söder sollte das auch tun. Er ist jederzeit eingeladen, mit uns zu sprechen.“

Brinkhaus war bereits von den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag) zitiert worden: „Die Entscheidung, wer für die Union als Kanzlerkandidat antritt, sollte meines Erachtens in den nächsten zwei Wochen durch sein.“

An diesem Sonntag absolvieren Laschet und Söder eine Art Schaulaufen vor der Unionsfraktionsspitze: Bei einer Klausurtagung wollen sie unter dem Motto „Wie gestalten wir die Zukunft?“ mit den Abgeordneten diskutieren. In CDU und CSU galt es als eher unwahrscheinlich, dass dann schon eine Entscheidung verkündet werden könnte.

© dpa-infocom, dpa:210410-99-150175/4

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