Hund bei Hitze im Fahrzeug zurückgelassen: Halterin muss Einsatz zahlen

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Wenn ein Hund in einem überhitzten Auto eingesperrt ist, darf die Feuerwehr eingreifen
Wenn ein Hund in einem überhitzten Auto eingesperrt ist, darf die Feuerwehr eingreifen (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
Agence France-Presse

Eine Frau, die bei 35 Grad Außentemperatur ihren Hund in einem Wohnmobil zurückgelassen hatte, muss den bei der Befreiung des Mini-Yorkshire-Terriers entstandenen Schaden am Fahrzeug selbst bezahlen.

Die Klägerin zog ihre Berufung gegen ein Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth zurück, wie das Oberlandesgericht Nürnberg-Fürth am Montag mitteilte.

Die Klägerin hatte ursprünglich von der Stadt Fürth 2256,23 Euro Schadensersatz für die Beschädigung ihres Wohnmobils verlangt.

Sie hatte im August vergangenen Jahres ihr Wohnmobil auf einem Supermarktparkplatz abgestellt und war ins nahegelegene Fußballstadion des Zweitligisten Greuther Fürth gegangen.

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Ein Zeuge bemerkte laut Gericht den im Fahrzeug zurückgelassenen Hund und verständigte die Polizei. Nachdem Polizisten vergeblich versucht hatten, das Tier über die Dachluken herauszuholen, öffnete schließlich die Feuerwehr gewaltsam das Fahrzeug und befreite den Hund.

Die Frau vertrat die Auffassung, alles für das Wohl ihres Hunds getan zu haben. Sie habe die beiden Dachluken geöffnet gelassen, außerdem Wasser und Eiswürfelherzen hinterlassen.

Dagegen verwies die beklagte Stadtverwaltung darauf, dass der Hund gehechelt und gewinselt habe und aufgeregt hin- und hergelaufen sei, das Wohnmobil sei zudem in der prallen Sonne geparkt gewesen. Außerdem sei nicht absehbar gewesen, wann die Frau zurückkehre. Damit sei der Einsatz gerechtfertigt gewesen.

Das Landgericht folgte der Ansicht der Stadt. Mit ihrer Berufung zum Oberlandesgericht wollte die Frau erzwingen, dass ein Sachverständigengutachten zur tatsächlichen Gefährdung des Tiers eingeholt wird.

Das Oberlandesgericht gab der Frau aber den Hinweis, dass die Berufung keine Aussicht auf Erfolg habe, da für die Feuerwehr eine Anscheingefahr bestanden habe. Daraufhin zog die Klägerin die Berufung zurück.

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