Himmel als Grenze: Schröders Pläne mit Braunschweigs Löwen

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Dennis Schröder
Dennis Schröder in Aktion, hier beim Spiel gegen Israel. (Foto: Hendrik Schmidt/Archivbild / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Florian Lütticke

Der sensationelle Playoff-Einzug der Basketball Löwen Braunschweig soll für Dennis Schröder nur der erste Schritt in eine glorreiche Zukunft sein. Vor dem Viertelfinale gegen den großen Titelfavoriten FC Bayern formuliert der NBA-Profi als Gesellschafter und Sponsor der Niedersachsen zumindest mittelfristig große Ziele. „Wir wollen etwas ganz Spezielles heranschaffen. Mit dem Team, mit meinen Kontakten, wenn wir alle zusammenarbeiten, können wir etwas sehr Gutes erreichen“, sagte der 25 Jahre alte gebürtige Braunschweiger dem NDR. „The Sky is the limit.“

Bevor zukünftig aber nur noch der Himmel die Grenze für die Löwen sein soll, stehen sie allerdings vor einer schier unlösbaren Aufgabe. Nachdem Braunschweig als Tabellen-Achter völlig unerwartet den Sprung in die K.o.-Runde geschafft hatte, geht es von Samstag an in der Best-of-Five-Serie direkt gegen den Titelverteidiger aus München. „Ein krasserer Außenseiter kann man gar nicht sein“, sagte Trainer Frank Menz der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist für uns die Kür, die Krönung, für viele Spieler ein Traum. Unser Ziel war es, die Klasse zu halten.“

Erst vor Kurzem hätte niemand in Braunschweig gewagt, über so ein derartiges Highlight nachzudenken. Nur mit Mühe blieben die damals finanziell schwer angeschlagenen Löwen in der Saison 2016/17 erstklassig. Weniger als 2500 Zuschauer kamen pro Partie zu den Heimspielen, der schlechteste Schnitt der kompletten BBL. „Es waren harte Jahre“, erinnert sich der frühere Bundestrainer Menz an seinen Anfang in Braunschweig. „Im ersten Jahr waren wir gar nicht ligatauglich, nicht konkurrenzfähig, hatten keinen einzigen Erstligaspieler.“

Vor gut einem Jahr stieg Schröder mit einem sechsstelligen Betrag als Gesellschafter bei seinem Heimatclub ein, tritt mit seinem Modelabel inzwischen auch als Sponsor auf. Auch wenn Coach Menz mit dem NBA-Spieler der Oklahoma City Thunder nicht über sportliche Belange spricht, hebt er doch das besondere Engagement von Schröder hervor. „Er ist ein Superstar, kommt aus Braunschweig“, sagte Menz. „Es ist klasse, wenn er mit seinem Gesicht den Club unterstützt und Identifikation zeigt.“

Diese Saison gewann Braunschweig 13 von 17 Heimspielen, schlug in eigener Halle unter anderem Brose Bamberg, ALBA Berlin und ratiopharm Ulm und qualifizierte sich erstmals nach sieben Jahren für die K.o.-Runde. „Es ist ein absoluter Wahnsinn, dass wir es mit unseren Möglichkeiten geschafft haben“, schwärmt Menz, der nach dieser Saison sein Amt aus persönlichen Gründen abgibt. „Die Euphorie ist riesig.“ Deshalb warnt auch Bayern-Coach Dejan Radonjic: „Unsere Energie, unser Fokus muss auf einem hohen Level sein.“

Das Schreckensszenario, das womöglich einzige Heimspiel der Serie nicht in gewohnter Umgebung zu bestreiten, konnte Braunschweig noch abwenden. Die Arena war am ursprünglichen Termin belegt, die Liga erlaubt eine Verlegung um zwei Tage auf den 24. Mai.

So zeigt sich auch Schröder „sehr zufrieden“ mit der Entwicklung. „Das Team hat einen sehr wichtigen Schritt nach vorne gemacht, es läuft.“ Nun sollen bald die nächsten Schritte folgen.

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