Giftmord: Angeklagte bestreitet Tötungsabsicht

Lesedauer: 2 Min
Giftmord-Prozess
Eine Frau betritt das Zentraljustizgebäude, das Landgericht, Amtsgericht und Staatsanwaltschaft beherbergt. (Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Weil sie Gift in ein Getränk gemischt und damit einen 64 Jahre alten Mann in Oberfranken ermordet haben soll, muss sich eine 39-jährige Frau seit Montag vor dem Landgericht Hof verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht von Eifersucht als Tatmotiv aus, weil die Angeklagte in die Freundin des Mannes verliebt gewesen sei. Die Angeklagte habe schon Wochen zuvor einen Tatplan gefasst, um ihren Kontrahenten aus dem Weg zu räumen. Dazu habe sie im Internet Glykol bestellt und dessen tödliche Wirkung gekannt.

Zum Prozessauftakt ließ die Angeklagte ihren Verteidiger eine Erklärung verlesen. Darin räumte sie ein, dass sie den Mann und dessen Freundin im November 2017 im Landkreis Wunsiedel besucht und ihrem Opfer dabei das Gift ins Getränk gemischt habe. Allerdings sei sie davon ausgegangen, dem Mann werde lediglich übel werden. Sie habe keinesfalls gewollt, dass er stirbt. Vielmehr habe sie ihn nur für ein paar Tage außer Gefecht setzen wollen, um mit seiner Lebensgefährtin in Ruhe über ihre eigenen Gefühle reden zu können. Sie habe sich zwar im Internet über das Gift informiert, aber nicht alles verstanden. Die Deutsche machte dafür eine Intelligenzminderung geltend. Das Urteil will das Gericht bereits an diesem Freitag sprechen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen