Giftige Chemikalien in Bayerns Böden und Grundwasser

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Florian von Brunn (SPD)
Florian von Brunn, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. (Foto: Matthias Balk/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Gesundheitsschädliche Chemikalien belasten Grundwasser und Böden an mehreren Orten in Bayern. Derzeit werden rund 20 Industriestandorte und Flugplätze auf Altlasten oder schädliche Bodenveränderungen untersucht, wie ein Sprecher des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) am Freitag mitteilte. Unter anderem habe fluorhaltiger Löschschaum der Feuerwehr die Böden verunreinigt. Seit 2011 darf dieser nicht mehr verwendet werden. Auch bei der Produktion von Imprägniermaterial fallen per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) an.

Die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag hatte die Staatsregierung in einem Antrag aufgefordert, bei der betroffenen Bevölkerung Blut und Muttermilch zu untersuchen. Es müsse dringend geklärt werden, ob die Giftstoffe auch in die Körper gelangen, erklärte der umweltpolitische Sprecher, Florian von Brunn. In der Mitteilung warnte er, die Belastung von Wasser und Boden liege in etlichen Kommunen um ein Vielfaches über den gesundheitlichen Orientierungswerten des Umweltbundesamtes. In Landsberg am Lech sei der Wert beispielsweise um das 2800-fache überschritten, hieß es.

Das Landesamt für Umwelt stellte klar, der erwähnte Fall beziehe sich auf eine Bodenprobe im Bereich des Militärflughafens. Die genannten Grundwasserproben seien nicht gleichzusetzen mit Trinkwasserproben. Ein Fall aus Oberbayern, in dem das Trinkwasser verunreinigt war, ist bereits bekannt: In der Region Altötting fielen 2016 bei Kontrollen in Blutspenden erhöhte Werte auf. Danach wurden Trinkwasserbrunnen geschlossen.

Umweltbundesamt zu PFC

Grenzwerte des LfU

Antrag der SPD

Anfrage der SPD

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