Geraubt und verloren: „Sieben Kisten mit jüdischem Material“

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Deutsche Presse-Agentur

Überreste geraubter Ritualgegenstände aus ehemaligen Synagogen sind jetzt im Jüdischen Museum in München zu sehen. Von diesem Dienstag an bis zum 1. Mai 2019 zeigt die Ausstellung „Sieben Kisten mit jüdischem Material - Von Raub und Wiederentdeckung 1938 bis heute“ rund 150 Objekte, darunter Seder-Becher, Chanukka-Leuchter und Schmuck für die Tora. Viele der kostbaren Gegenstände stammten aus Würzburg und Umgebung, teilte das Museum am Montag in München mit. Etwa ein Drittel sei von den Nationalsozialisten 1938 während des Novemberpogroms beschlagnahmt worden.

Die kostbaren Gegenstände galten lange als verschwunden. 2016 wurden sie im Depot des heutigen Museums für Franken in Würzburg entdeckt. Zwei Jahre lang hatte das Jüdische Museum in München geforscht, um ihre Herkunft zu klären. Hilfreich waren dabei Fotos, die der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden in den 1920er Jahren in Auftrag gegeben hatte, um das Inventar der Gotteshäuser zu dokumentieren. Die zum Teil stark beschädigten Fundstücke stammen unter anderem aus ehemaligen Synagogen Arnstein, Ebelsbach, Gochsheim, Heidingsfeld, Miltenberg, Schweinfurt und Würzburg.

Die Ausstellung gibt auch Einblicke in die Biografien der Stifter, die die Gegenstände einst den Synagogen geschenkt hatten. Viele wurden von den Nazis ermordet, einige konnten fliehen. Fotos dokumentieren zudem die Deportation der unterfränkischen Juden.

Sieben Kisten mit jüdischem Material

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