Geister-Party im Norden: Bayern feiern 30. Titel ohne Fans

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Thomas Müller und Marco Friedl
Bayerns Thomas Müller und Bremens Marco Friedl (l-r.) im Zweikampf um den Ball. (Foto: Martin Meissner / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Auch bei der Abfahrt aus dem Weserstadion kam kurz vor Mitternacht keine Meisterstimmung auf. Rund 20 Schaulustige warteten vor dem Mannschaftsbus des neuen und alten deutschen Meisters FC Bayern München, als Spieler, Trainer und Betreuer mit Masken vor dem Mund einsteigen und in Richtung des Bremer Atlantic-Hotels davonfuhren. Nur Bayern-Urgestein Thomas Müller stimmte nach seinem neunten Titel mit dem Rekordmeister ein kurzes Liedchen mit den Fans an. Im Hotel in der Hansestadt wollten Trainer Hansi Flick & Co. dann zumindest ein wenig den 30. Meistertitel insgesamt und den achten nacheinander feiern. „Es ist einfach Freude pur“, sagte Flick.

Der 55-Jährige hatte im November 2019 den glücklosen Double-Gewinner Niko Kovac abgelöst und formte die zwischenzeitlich schwächelnden Bayern wieder zu einer Meistermannschaft. „Als Hansi das Ruder übernommen hat, hat er das Schiff sehr schnell wieder auf Fahrt gebracht“, lobte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Dienstagabend nach dem 1:0-Sieg bei Werder Bremen den einstigen Assistenten von Bundestrainer Joachim Löw. Dieser hätte nach eigenen Worten sogar eine Weißbierdusche in Kauf genommen, doch in Corona-Zeiten gab es natürlich keine wilde Party im fast menschenleeren Stadion.

Stattdessen wollte sich Flick einen besonderen Drink mit Club-Legende Hermann Gerland gönnen. „Ich habe keine Ahnung, wie das Programm heute Abend ist. Ich weiß nur, dass Hermann Gerland gesagt hat, ich soll irgendetwas mit Cola trinken, ich glaube mit Whiskey. Das werde ich tun, weil er es sich verdient hat. Deswegen werde ich mit ihm eine Bourbon-Cola-Light trinken“, kündigte Flick an.

Zwei Spieltage vor Saisonschluss liegen die Bayern uneinholbar auf Platz eins der Tabelle und wollen nach dem Heimspiel gegen den SC Freiburg am kommenden Samstag zumindest ein bisschen im heimischen Stadion feiern - allerdings ohne die Frauen und nur im ganz kleinen Kreis, wie Rummenigge nach der Partie in Bremen verriet. Die Meisterschale gibt es ohnehin erst nach dem 34. und letzten Spieltag beim Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg. Doch schon jetzt gilt die Konzentration von Trainer und Team zwei weiteren Zielen: dem DFB-Pokalfinale am 4. Juli gegen Bayer Leverkusen und der Champions League, die vermutlich als Finalturnier in Lissabon stattfindet.

„Die Ziele sind immer hoch. Wir haben den ersten Schritt gemacht. Wir haben noch den Pokal, das nächste Ziel“, sagte Flick und betonte: „Die Champions League kann man nicht planen. Es wird immer nur ein Spiel sein. Da müssen wir auf dem Punkt topfit sein.“

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