Gedenken an die erste Deportation von Münchner Juden 1941

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Charlotte Knobloch
Charlotte Knobloch. (Foto: Sven Hoppe / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Zum Jahrestag der ersten Deportation von Münchner Juden hat die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, dazu aufgerufen, die Erinnerung wachzuhalten. „Inmitten von wachsendem Judenhass und einem gesellschaftlichen Klima, das zunehmend von Extremisten vergiftet wird, hat die Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit einen besonderen Stellenwert“, betonte Knobloch am Donnerstag. „Nur wer weiß, was unserer Demokratie vorausging und warum wir sie schützen müssen, der kann auch Verantwortung dafür übernehmen.“

Am frühen Morgen des 20. November 1941 fuhr vom Güterbahnhof Milbertshofen der erste Deportationszug nach Osteuropa - mit fast 1000 Juden, darunter 130 Kinder und Jugendliche. Nur wenige Tage später wurden sie in Litauen erschossen, niemand überlebte.

„Das Schweigen, die Teilnahmslosigkeit, das Wegschauen der Bevölkerung und auch der Kirche sind von heute aus gesehen beschämend und unverzeihlich“, erklärte Kardinal Reinhard Marx im Rahmen der Gedenkveranstaltung, zu der die Gemeinschaft Sant’Egidio und die Israelitische Kultusgemeinde eingeladen hatten.

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm rief dazu auf, „klar zu widersprechen, wenn versteckte oder offene rechtsradikale Auffassungen heute wieder salonfähig gemacht werden sollen - das heißt für uns Christen heute, das Evangelium von Jesus Christus sichtbar zu bezeugen.“

Übertragung der Gedenkveranstaltung

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