Gauweiler kritisiert Söder für Umgang mit Maskenaffäre

Peter Gauweiler
Peter Gauweiler (CSU). (Foto: Sebastian Gollnow / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der langjährige CSU-Spitzenpolitiker Peter Gauweiler kritisiert Parteichef Markus Söder für dessen Umgang mit der Maskenaffäre. Was „gar nicht geht, ist diese ungenierte Vorverurteilung vor aller Augen. Getreu dem Motto: erst

das Urteil, dann das Verfahren“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstagausgabe). „Diese öffentliche Ausstoßung eines Weggefährten von Jahrzehnten hätte nicht geschehen dürfen.“

Der ehemalige bayerische Justizminister Alfred Sauter, der mit Gauweiler zusammen eine Anwaltskanzlei in München betreibt, war im März nach massivem Druck aus der CSU-Landtagsfraktion ausgetreten und damit wohl einem Ausschlussverfahren zuvorgekommen.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor im Zusammenhang mit der Maskenaffäre in der Union um die dubiose Vermittlung von Maskenkäufen der Staatsregierung durch CSU-Politiker Ermittlungen gegen Sauter aufgenommen. Er weist die Vorwürfe zurück.

„Dieses unnachgiebige Aussondern alter Freunde kam erst nach Strauß in Mode“, sagte Gauweiler. „Ein Fehltritt in der politischen Steilwand, Du hängst in den Seilen - und wirst abgeschnitten.“

Der Jurist hält es auch für falsch, dass seine Partei ihren Abgeordneten mehr Transparenz bei Nebeneinkünften verordnet hat. „Soll wirklich verboten werden, als Anwalt auch Politiker zu sein? Da hebt man etwas auf, was seit Cicero zum Selbstverständnis der freien Advokatur gehört - sich immer auch politisch einbringen zu

können. Politik sollte nicht zum Brotberuf werden.“

© dpa-infocom, dpa:210529-99-785672/2

Gauweiler & Sauter

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Lars und Meike Schlecker sind wieder frei. Foto: Stefan Puchner

Schlecker-Kinder vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen

Lars und Meike Schlecker hatten im Sommer 2019 ihre Haftstrafen in Berlin im offenen Vollzug angetreten. Jetzt sind sie auf Bewährung wieder draußen. Das berichtet die Berliner Zeitung.

Die Kinder des insolventen Drogeriemarkt-Gründers Anton Schlecker, Lars und Meike, waren unter anderem wegen Untreue und Insolvenzverschleppung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Die Berliner Zeitung schreibt, Lars Schlecker saß im offenen Vollzug der JVA in Berlin-Hakenfelde, arbeitete zwischendurch in einem Sozialkaufhaus in ...

Coca-Cola

Wie sich eine abfällige Geste von Ronaldo auf den Coca-Cola-Konzern auswirkt

Cristiano Ronaldo bemerkt die zwei Flaschen Cola vor sich und schaut grimmig. Mit zwei schnellen Blicken versichert er sich, dass die Kameras auch wirklich laufen. Dann klemmt er die Coca-Cola Flaschen zwischen die Finger und stellt sie außer Sichtweite. Demonstrativ streckt der portugiesische Fußballstar eine Wasserflasche in die Kamera. „Agua“ – Wasser – sagt Ronaldo und grinst.

Diese Szene spielte sich am Montag vor der Pressekonferenz zu dem EM-Spiel Portugal gegen Ungarn (Endstand 3:0) in Budapest ab.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bundesweit bei 10,3. Foto: Peter Kneffel/dpa

Corona-Newsblog: RKI meldet 1076 Neuinfektionen und 91 Todesfälle

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹: Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 5.200 (499.089 Gesamt - ca. 483.700 Genesene - 10.145 Verstorbene) Todesfälle Baden-Württemberg: 10.145 Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 15,6 Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 31.600 (3.720.

Mehr Themen