Franke lernt jahrelang Platt für Hamburger Ohnsorg-Theater

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Schauspieler Tobias Kilian
Der Schauspieler Tobias Kilian steht vor dem Bühnenbild des Ohnsorg-Theaters. (Foto: Markus Scholz/Archivbild / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
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Weil am Hamburger Ohnsorg-Theater in allen Stücken fast ausschließlich Plattdeutsch gesprochen wird, müssen fast alle Ensemble-Mitglieder vor ihren Auftritten intensiv die Schulbank drücken. „Die allerwenigsten Künstler und Künstlerinnen haben bereits als Kinder Plattdeutsch gelernt. Bei den jungen Leuten, die jüngst von den Schauspielschulen kamen, kann man zu fast 100 Prozent sagen, dass sie kein Plattdeutsch können“, sagte Intendant Michael Lang der Deutschen Presse-Agentur. Das Theater hat deshalb eine eigene plattdeutsche Schule eingerichtet, in der der Nachwuchs aus- und weitergebildet wird.

Gleichzeitig gehören zehn fest angestellte Schauspieler zum Ensemble, die „für höchste plattdeutsche Kompetenz“ stehen. Unterstützt werden sie von etwa 60, meist jüngeren Gästen. Unter ihnen ist auch der Franke Tobias Kilian, der seit fünf Jahren immer wieder mal auf der Ohnsorg-Bühne steht. Für ihn ist Platt eine ganze eigene Sprache mit viel Charme. Am liebsten mag er dabei das Wort Plüschmorsch für Hummel.

Hoffnungslose Fälle habe es Lang zufolge bislang noch nicht gegeben. „Die gibt es meines Erachtens auch nicht.“ Wie bei jeder anderen Sprache auch gebe es unterschiedliche Sprachbegabungen und verschiedene Lerntempi. Er erlebe es so, dass ausnahmslos alle Künstler große Lust auf die plattdeutsche Sprache und eine unbändige Neugier entwickeln. „Auch weil die Sprache einen Großteil unserer norddeutschen Identität ausmacht und unsere Gefühle, Träume, Sehnsüchte, Mentalität und unseren Charakter eindrucksvoll spiegelt.“

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