Forscher: Lesestoff für Jungen wird zu wenig berücksichtigt

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Das Buch ist tot - oder doch nicht?
Ein Vater liest mit seiner Tochter aus einem Buch. (Foto: Daniel Karmann/dpa / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

In Kitas und Schulen werden nach Ansicht eines Forschers zu wenig Bücher vorgelesen, die Jungen interessieren. „Jungen lesen anders als Mädchen“, sagt der Nürnberger Erziehungswissenschaftler Wolfgang Tischner. Während sich Mädchen gerne in Charaktere einfühlten, bevorzugten Jungen in der Regel Abenteuer- und Heldengeschichten mit viel Action. Doch in Kitas und Schulen dominierten Erzieherinnen und Lehrerinnen, die unbewusst eine eher weibliche Bücherauswahl träfen. Auch Zuhause lesen vor allem die Mütter vor, wie Tischer sagt. Den Jungen fehlen dadurch die Rollenvorbilder. „Bei ihnen prägt sich ein: Lesen ist weiblich.“

Fast ein Drittel der Eltern liest ihren Kindern nach Angaben der Stiftung Lesen selten oder nie vor. Doch gerade das Vorlesen fördert die Sprachentwicklung der Kinder und hilft ihnen später beim Lesenlernen. Darauf macht die Stiftung Lesen, die Wochenzeitung „Die Zeit“ und die Deutsche Bahn Stiftung seit 2004 am dritten Freitag im November mit einem bundesweiten Vorlesetag aufmerksam. Mehr als eine halbe Million Freiwillige werden in diesem Jahr am 15. November zum Beispiel in Kitas, Schulen, Kulturzentren, Büchereien oder Museen Geschichten präsentieren.

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