Flüchtlingsrat wirft Bayern „rigide Abschiebepolitik“ vor

Deutsche Presse-Agentur

Der bayerische Flüchtlingsrat hat die Staatsregierung für ihren Umgang mit Geflüchteten während der Corona-Pandemie kritisiert. Trotz der Infektionslage halte der Freistaat unverändert an seiner rigiden Abschiebepolitik fest, bemängelte die Organisation am Montag in München. Die Geflüchteten würden der Gefahr ausgesetzt, sich nach der Abschiebung in ihren Herkunftsländern mit Corona zu infizieren. Außerdem könnten sie das Virus dort einschleppen und zu einem Anstieg der Infektionszahlen dort beitragen.

Die Aktivisten äußerten sich anlässlich der Vorstellung der Asylbilanz 2020 durch Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Ein deutlicher Rückgang der Abschiebungen 2020 sei nicht der Humanität Herrmanns geschuldet, so der Flüchtlingsrat. Es fehle vielmehr in vielen Ländern die Bereitschaft, Menschen unter Pandemiebedingungen aufzunehmen.

Auch die Kirchen halten Abschiebungen momentan unter humanitären Gesichtspunkten für unverantwortlich. Menschen würden oft in Länder abgeschoben, die sehr viel stärker von der Pandemie betroffen seien als Deutschland, hatte die Freisinger Bischofskonferenz erklärt. Zudem sei die Verteilung von Corona-Impfstoffen in Ländern wie Afghanistan noch in unerreichbarer Ferne.

© dpa-infocom, dpa:210322-99-921167/2

Bayerischer Flüchtlingsrat

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