Flüchtlingsrevolte in Bamberg: Hohe Haftstrafe für Anführer

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Einsätzkräfte sind in der Nacht am Ankerzentrum zu sehen
Einsätzkräfte sind in der Nacht am Ankerzentrum zu sehen. (Foto: Ferdinand Merzbach/dpa/Archivbild / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Wegen der Randale im Bamberger Ankerzentrum von vergangenem Dezember ist einer der Haupttäter zu neuneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht Bamberg sprach einen 23-jährigen eritreischen Asylbewerber am Donnerstag der schweren Brandstiftung, gefährlichen Körperverletzung und des Angriffs auf Vollstreckungsbeamte für schuldig.

Für den zweiten Haupttäter im Alter von 26 Jahren ordnete die Kammer die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Seine Steuerungsfähigkeit sei zur Tat in Folge einer hirnorganischen Wesensveränderung und knapp zwei Promille Alkoholgehalt im Blut aufgehoben gewesen.

Die zwei Männer seien die Hauptagitatoren des Aufruhrs gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Markus Reznik. Dank einer umfassenden Videokumentation der Polizei in der Tatnacht seien die Straftaten gut nachzuweisen. „Die Aufnahmen lassen aber auch fassungslos werden, mit welcher sinnlosen Gewalt hier agiert wurde und in welcher Todesangst die Bewohner versucht haben, ihr Leben zu retten“, sagte der Richter.

Ein dritter Angeklagter wurde wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte zu einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Der vierte Angeklagte wurde freigesprochen.

Die Männer aus Eritrea hatten nach Auffassung des Gerichts in der Nacht zum 11. Dezember vergangenen Jahres in der Aufnahmestation für Flüchtlinge nach einem Streit um zu laute Musik Steine und Eisenstangen auf Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes und Polizeibeamte geworfen. Danach gingen mehrere Matratzen in Flammen auf. Durch das Feuer brannten eine Wohnung und der Dachstuhl des Gebäudes aus.

15 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen erlitten Rauchgasverletzungen. Für einen Bewohner bestand laut Anklage Lebensgefahr. Insgesamt entstand ein Schaden von 135 000 Euro. Die Urteile sind teilweise noch nicht rechtskräftig.

Damalige Pressemitteilung der Polizei und der Staatsanwaltschaft

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