Filmfest München geht mit Preisverleihungen zu Ende

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Abschluss Filmfest München
Mit einer Abschlussparty im Hof des Gasteig endet heute das Münchner Filmfest. (Foto: Felix Hörhager / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Es war heiß, die Kinos meist angenehm kühl und auf Empfängen und Partys tummelten sich viele Gäste. Nach zehn Tagen ist am Samstagabend das Filmfest München zu Ende gegangen, allerdings mit deutlich weniger Besuchern, als in den beiden Vorjahren. Rund 70 000 Eintrittskarten wurden in diesem Jahr verkauft - im Vorjahr waren es rund 80 000 Tickets, 2017 sogar 81 500. „Natürlich setzen wir nach wie vor auf den magischen Begegnungsort Kino“, sagte Festivalleiterin Diana Iljine am Samstagabend in ihrer vorläufigen Bilanz. „Uns ist aber klar, dass der Kinobesuch immer mehr zum Erlebnis werden muss, zu einem richtigen Event. Da geht es nicht nur darum, einen Film zu schauen, sondern auch darum, neue Formen des audiovisuellen Erzählens zu entdecken.“

Neue Sehgewohnheiten gab es im Rahmen einer Virtual-Reality-Ausstellung, bei der Besucher mit Hilfe von Spezialbrillen in virtuelle Welten abtauchten. Sie konnten unter anderem den Gipfel des Mount Everest erklimmen, im brasilianischen Regenwald die Tierwelt erkunden oder ein Höhlensystem im Saarland erkunden. Ein Angebot, das restlos ausgebucht gewesen sei, so Iljine.

Zum Abschluss gab es am Samstagabend zahlreiche Preise. Das deutsche Drama „Lara“ mit Corinna Harfouch und Tom Schilling erhielt den Fipresci-Preis des internationalen Verbandes der Filmkritiker. Erst am Freitag hatte Regisseur Jan Ole Gerster für den Film über eine komplizierte Mutter-Sohn-Beziehung den Förderpreis Neues Deutsches Kino erhalten.

Der Arri/Osram Award (50 000 Euro) für den besten internationalen Film ging an „Bacurau“. Der Thriller von Kleber Mendonca Filho und Juliano Dornelles wirft einen Blick in eine düstere Zukunft, in der ein Dorf in Brasilien von der Landkarte gelöscht werden soll. In Peru spielt der Siegerfilm des internationalen Nachwuchspreises CineVision-Award (15 000 Euro). „Cancion sin Nombre“ von Melina León erzählt von einer Frau, deren Baby kurz nach der Geburt entführt wird. Ein Journalist geht auf die Suche nach den Menschenhändlern.

Hochdramatisch und gleichzeitig liebevoll ist der Gewinner des Bayern 2 und SZ Publikumspreises, ein Dokumentarfilm aus der syrischen Stadt Aleppo. Der Film „For Sama“ sei eine Liebeserklärung von Waad Al-Kateab an ihre Tochter, beschreibt das Filmfest. Mit Co-Regisseur Edward Watts gibt sie nicht nur Einblicke in ihr persönliches Leben, sondern zeigt auch die Schrecken des Krieges.

In den zehn Tagen waren auf dem Filmfest München rund 180 Filme aus aller Welt zu sehen. Stargäste waren unter anderem der spanische Schauspieler Antonio Banderas sowie der britische Regisseur und Darsteller Ralph Fiennes.

The Award Ceremony Filmfest München

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