Ex-AfD-Mann Plenk unter Polizeischutz

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Markus Plenk verlässt AfD-Fraktion
Markus Plenk (AfD), AfD-Fraktionschef im bayerischen Landtag, spricht in der Sitzung. (Foto: Matthias Balk/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der Ex-Fraktionsvorsitzende der AfD im bayerischen Landtag, Markus Plenk, steht nach eigenen Angaben inzwischen unter Polizeischutz. „Ich habe sehr viele Hassmails und Drohungen bekommen“, sagte Plenk am Montag in München. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet. „Bis zu Morddrohungen war alles dabei.“ Am Montag sei er nun offiziell aus der Landtagsfraktion und der Partei ausgetreten. „Mit sofortiger Wirkung“, sagte Plenk der Deutschen Presse-Agentur.

Er habe wegen dieser Entscheidung mit Anfeindungen gerechnet - „aber nicht in dieser Intensität“. Der Hass, der ihm nun entgegen schlage, „zeigt, dass es im Dunstkreis von AfD-Sympathisanten einige Extremisten geben muss“ - mit „sehr vielen Gewaltfantasien“. Diese Reaktionen bestätigten ihn darin, „dass meine Entscheidung richtig war“, betonte Plenk. „Ein Bio-Bauer passt offensichtlich nicht zur AfD.“

Hintergrund seines Rückzugs aus der rechtspopulistischen Partei und deren Fraktion im Landtag ist ein parteiinterner Richtungsstreit. „Bei der CSU wäre ich kein Rechtsaußen, sondern in der Mitte anzusiedeln“, sagte Plenk der „SZ“ (Sonntag) zufolge. Darum will er zu den Christsozialen überlaufen. Einen Mitgliedsantrag habe er noch nicht eingereicht, sagte er nun. Er wolle es „langsam angehen“. „Man will ja nicht mit der Tür ins Haus fallen.“ Vorerst wolle er als fraktionsloser Abgeordneter Mitglied des Landtags bleiben. „Ich behalte mein Mandat.“

Plenk hatte die AfD-Fraktion seit Herbst 2018 zusammen mit der Co-Vorsitzenden Katrin Ebner-Steiner geführt. Diese behält ihren Posten. Im Gegensatz zu Ebner-Steiner, die dem rechtsnationalen „Flügel“ der AfD zugerechnet wird, gilt Plenk als eher gemäßigt. Sein Austritt sei „sicherlich ein Signal“ und wird aus seiner Sicht kein Einzelfall bleiben. „Ich glaube nicht, dass sich das alle dauerhaft antun wollen.“

SZ-Bericht

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