Erste Corona-Patient: Sorge um schwangere Frau und Tochter

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Deutsche Presse-Agentur

Ein halbes Jahr nach der ersten nachgewiesenen Corona-Infektion bei dem Stockdorfer Autozulieferer Webasto am 27. Januar berichtet der betroffene Mitarbeiter über seine Sorgen. „Ich habe sofort an meine Familie gedacht“, sagte der Mann in einem von Webasto am Montag veröffentlichten Interview.

Eine chinesische Mitarbeiterin von Webasto hatte das Virus auf einer Dienstreise mitgebracht. Webasto schloss seine Zentrale für zwei Wochen und konnte so die Infektionsketten unterbrechen.

Er habe am Tag vor Bekanntwerden der Infektion bei der Kollegin Fieber und Schüttelfrost gehabt, aber keine Atembeschwerden. „Trotzdem war ich sofort um meine schwangere Frau und um meine kleine Tochter besorgt.“

Er habe die chinesische Kollegin bei einer einstündigen Besprechung am 20. Januar getroffen. „Ich saß dann auch direkt neben ihr und habe nebenbei Kaffee getrunken.“ Am Montag, den 27., habe er erfahren, dass die Frau positiv auf das neuartige Virus getestet worden war. Am selben Tag mittags sei er im Tropeninstitut getestet worden.

„An diesem Montagabend habe ich zum ersten Mal meiner Tochter keinen Gutenachtkuss gegeben und war auch auf Distanz zu meiner Frau. Kurz nach 20.00 Uhr kam dann der Anruf, bei dem mir das Ergebnis mitgeteilt wurde.“ Danach sei er ins Schwabinger Krankenhaus gegangen, direkt auf eine bestimmte Station. „Es war eine sehr surreale Situation. Ich wusste nicht, was ich denken sollte. Viele Gedanken schwirrten durch meinen Kopf, aber erst einmal habe ich nur noch reagiert und fühlte mich fremdgesteuert.“

Seine Familie habe sich nicht angesteckt - obwohl er eine ganze Woche das Virus in sich gehabt habe und normal mit Familie und Freunden zusammen gewesen sei. Unklar ist, ob er vor einer Neuinfektion geschützt ist. „Seit April habe ich keine neutralisierenden Anti-Körper mehr.“

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