Freude und Unsicherheit in Tourismusbranche

Tourismus in Bayern
Touristen stehen an einer Aussichtsplattform unterhalb des Schlosses Neuschwanstein. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die Ankündigung der Staatsregierung, Pfingsturlaub in Bayern zu ermöglichen, hat bei vielen Tourismusbetrieben große Erleichterung, aber auch Verwirrung ausgelöst. „Selbstverständlich überwiegt die Freude, dass es wieder losgeht“, sagte der bayerische Dehoga-Landesgeschäftsführer, Thomas Geppert am Mittwoch. Angesichts noch unklarer Richtlinien für Betriebe verstehe man aber, „dass ein bisschen Unsicherheit da ist“.

Nach der Ankündigung der Staatsregierung herrsche nun „große Hektik“, sagte der Tourismusdirektor der Stadt Füssen im Allgäu, Stefan Fredlmeier. Die Telefone liefen „warm bis heiß“, allerdings nicht überwiegend mit Buchungswünschen, sondern mit Fragen wie: Wann kann man mit einer Öffnung rechnen? Welche Vorgaben müssen Gäste einhalten? Was passiert, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz während des Urlaubs über 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner steigt?

Auch der Sprecher des Tourismusverbands Franken, Jörg Hentschel, betonte, viele Fragen seien noch offen. Er wünsche sich deshalb baldige Klarheit über die konkreten Regeln für Urlaub in Bayern: „Je früher das kommuniziert wird, desto besser.“ Die Sprecherin des Vereins Chiemgau Tourismus, Claudia Kreier, sagte dagegen: „Unsere Betriebe haben mittlerweile gelernt, mit dieser Unsicherheit zu leben und flexibel zu reagieren.“

Das bayerische Kabinett hatte am Dienstag beschlossen, mit Beginn der Pfingstferien am 21. Mai in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 wieder touristische Angebote zuzulassen. Dazu zählen Hotels, Ferienwohnungen und -häuser sowie Campingplätze. Sollten die Corona-Zahlen regional steigen, müssten die Öffnungen aber wieder zurückgenommen werden.

Öffnungsmöglichkeiten soll es unter diesen Bedingungen auch für „spezielle touristische Infrastrukturen“ geben. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) nannte als denkbare Beispiele „Freizeiteinrichtungen von der Seilbahn bis zum Reisebus“. Die konkreten Auflagen, wie Testpflichten und Hygienekonzepte, sollen nach Angaben eines Sprechers des Gesundheitsministeriums bei einer Kabinettssitzung am Montag beschlossen werden.

Schon am Dienstag waren bei vielen touristischen Betrieben in beliebten Urlaubsregionen deutlich mehr Anfragen eingegangen. So berichteten unter anderem die Allgäu GmbH und der Tourismusverband Ostbayern von gestiegenem Interesse. Gerade bei Ferienwohnungen kann die Suche nach freien Betten im Freistaat aber schwierig werden. „Die sind in der Regel schon ausgebucht“, sagte der Präsident des Verbands der Eigentümer von Ferienwohnungen und Ferienhäusern, Daniel Rousta.

© dpa-infocom, dpa:210505-99-470900/4

Allgäu GmbH zu Corona

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