Eine Knotenlöserin aus Schwaben für Papst Franzsikus

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Isabella Mayr dekoriert die Osterkerze für den Papst mit einer Nachbildung des Opferbildes „Maria Knotenlöserin“. (Foto: dpa)
Ulf Vogler

Für Benedikt XVI. hat Isabella Mayr bereits häufig eine Osterkerze gemacht, nun schickt sie heuer gleich zwei Kerzen in den Vatikan. Die Wachs-Künstlerin aus Bobingen bei Augsburg hat nicht nur für Benedikt, sondern auch für seinen Nachfolger, Papst Franziskus, eine Osterkerze gefertigt. Eigentlich habe sie gedacht, dass nach dem Rücktritt Benedikts XVI. gar kein Auftrag für eine Vatikankerze mehr komme, sagte Mayr. Unverhofft sei dann zusätzlich auch eine Kerze für Franziskus bestellt worden.

Wappen und Gnadenbild

Bereits seit 2007 fertigt die schwäbische Wachsbildner-Meisterin und Kirchenmalerin Kerzen zum Osterfest für Benedikt. „Es ist alles Handarbeit. Es ist aus 100 Prozent Bienenwachs“, sagt sie. Nur in Einzelfällen gieße sie Kerzen von Hand, normalerweise verziere sie bereits fertige Kerzen. „Aber für den Papst ist das Ehrensache.“ Die Kerze für Franziskus zeigt neben dem Vatikan-Wappen auch ein Bild, zu dem der Pontifex eine enge Beziehung hat: Mayr hat einen Druck des Gnadenbildes Maria Knotenlöserin eingearbeitet. Das Original befindet sich in der Kirche St. Peter am Perlach am Augsburger Rathausplatz. Die Muttergottes löst auf dem Bild die Knoten aus einem langen Band.

Heute reisen die Kerzen zur Kurie

Mitte der 1980er Jahre hatte Jorge Mario Bergoglio, der heutige Papst, die Ausburger Kirche besucht und danach das Bild in seiner argentinischen Heimat bekanntgemacht. „Das Bild hat sich angeboten, weil Franziskus die Knotenlöserin sehr verehrt und es so eine Verbindung zu Augsburg gibt“, sagt Mayr.

Wie jedes Jahr hat der Münchner Bankdirektor Thaddäus Kühnel die Kerzen beauftragt und wird mit ihnen heute nach Rom starten. Kühnel kennt Benedikt XVI. seit langem und hat immer wieder Geschenke in den Vatikan gebracht, bekannt wurde er daher als „Kurier des Papstes“. Gerade die Kerzen aus Bayern kämen im Vatikan gut an, erklärte er. „In Italien sind deutsche Kerzen sehr begehrt, weil das Wachs besser ist.“

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