Ehepaar überlebt Lawinenabgang im Allgäu

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Deutsche Presse-Agentur

Wegen starken Schneefalls fällt zum Wochenstart in Teilen Bayerns die Schule aus. Am Tegelberg wurden Spaziergänger verschüttet.

Die 56-Jährige und ihr 52 Jahre alter Mann, beide aus Kempten, wurden leicht verletzt und konnten sich selbst befreien. Sie waren auf einem von Skitourengehern genutzten Weg unterwegs, der von der Lawine auf einer Breite von 30 Metern verschüttet wurde. Weitere Menschen wurden von der Lawine laut Polizei nicht erfasst.

Mit dem Schneefall stieg vielerorts das Lawinenrisiko. Der Lawinenwarndienst meldete für die gesamten bayerischen Alpen mit der Stufe drei von fünf erhebliche Gefahr. Abseits der Pisten könnten schon einzelne Skifahrer ein Schneebrett auslösen.

Starts und Landungen am Flughafen gestrichen

Im Bayerischen Wald und in der Oberpfalz verzeichnete der DWD am Sonnag teilweise bis zu 20 Zentimeter Neuschnee. Am Münchner Flughafen Franz Josef Strauß wirbelte das Wetter den Flugplan durcheinander. Von rund 1000 geplanten Starts und Landungen wurden 240 gestrichen. Rund 170 Verbindungen waren mehr als eine halbe Stunde verspätet. Auch am Albrecht-Dürer-Airport Nürnberg fielen wegen des Wetters einzelne Flüge aus — vor allem von und nach München.

Autofahrer kamen auf glatten Straßen in der Nacht und am Morgen vielerorts ins Rutschen. Überwiegend blieb es bei Blechschäden. Auf der Autobahn 8 blieben am Morgen am Bernauer Berg Richtung München einige Lastwagen hängen. Größere Staus oder schwere Unfälle wegen des Winterwetters gab es laut Polizei nicht.

In der Oberpfalz zählten die Behörden am Sonntag 90 wetterbedingte Verkehrsunfälle, bei denen neun Menschen leicht verletzt wurden. Etwa 200 Bäume knickten unter der Schneelast um und mussten von den Bergungskräften weggeschafft werden. In einigen Gemeinden kam es zu Stromausfällen.

Züge standen still

Auch die Bahn kämpfte auf einigen Nebenstrecken mit dem Winter. Weil zu viel Schnee auf den Gleisen lag, standen die Züge rund um Traunstein still. Kalt erwischte es die Bayerische Oberlandbahn: Bei Schnee und Eis war kein Betrieb mehr Richtung Süden — und damit in die beliebten Skigebiete am Brauneck oder am Sudelfeld — möglich. Die Züge pendelten zwischen München und Holzkirchen.

In der Stadt und im Landkreis Landshut sowie im Landkreis Kelheim hat das Wetter auch Auswirkungen auf den Unterricht, der am ersten Tag der neuen Woche witterungsbedingt ausfällt.

Allerdings ist am Montag vorerst Schluss mit Schnee. Die Aussicht auf nächste Woche dürfte vor allem Wintersportler dennoch freuen. „Nachts rechnen wir mit leichtem Frost, tagsüber scheint ab Montag die Sonne“, sagte der DWD-Sprecher. Bei Temperaturen von minus einem bis plus fünf Grad werde der Himmel — von Frühnebel abgesehen — im Freistaat weitgehend wolkenlos sein. Das soll den Experten zufolge bis mindestens Ende der Woche so bleiben.

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