Die verschwundene Million: Der Angeklagte schweigt

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Das Gerichtsgebäude
Das Gerichtsgebäude für das Amtsgericht, das Landgericht I und II, das Oberlandesgericht und die Staatsanwaltschaft. (Foto: DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Im Prozess um einen gestohlenen Geldtransporter hat sich der Angeklagte am Mittwoch vor dem Landgericht München I in Schweigen gehüllt. Der 24-Jährige soll zusammen mit einem Bekannten mehr als eine Million Euro erbeutet haben. Das Geld ist seitdem spurlos verschwunden. Die Staatsanwaltschaft hofft durch den Prozess neue Hinweise auf den Verbleib zu erhalten. Der Angeklagte verweigerte jedoch gleich zu Beginn der Verhandlung die Aussage, woraufhin der Richter die Sitzung unterbrach.

Dem 24-Jährigen wird vorgeworfen, sich mit dem Fahrer einer Sicherheitsfirma zu dem spektakulären Raub vor zwei Jahren verabredet zu haben. Dieser hat den Angeklagten laut Anklage über den ersten Stopp des Geldtransporters informiert. Dort seien die beiden Kollegen des Fahrers ausgestiegen und dieser habe die Chance genutzt, seinen Komplizen ins Fahrzeug zu lassen. Die beiden hätten den gesicherten Tresorraum geöffnet, das Bargeld in Höhe von 1 146 000 Euro in zwei Sporttaschen gepackt und dann geflüchtet.

Der Fahrer wurde erst an der Grenze zu Serbien gefasst. Um seine Haftzeit zu verkürzen, verriet er in seinem Prozess Ende vergangenen Jahres das angebliche Versteck der Beute - einen Wald in Ungarn. Trotz einer aufwendigen Suche und der Hilfe der ungarischen Behörden konnten die Ermittler die Beute nicht finden. Der Fahrer wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er legte Revision gegen das Urteil ein. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass das Geld zwischenzeitlich ausgegeben wurde - unter anderem für Immobilien. Das sagte eine Sprecherin der Behörde der Deutschen Presse-Agentur in München.

Gegen den 24-jährigen Komplizen, der seit September 2018 in Untersuchungshaft sitzt, wurde Anklage wegen Diebstahls in Mittäterschaft in einem besonders schweren Fall erhoben. Insgesamt sind bis zum 13. September sechs Verhandlungstage angesetzt. Am Mittwochnachmittag sollten die ersten Zeugen befragt werden.

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