Die Begründung für die Sondersperrstunde war kleinkariert

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Ralf Müller

Für die Corona-Sondersperrstunde gab es nur eine Begründung: Je länger der Abend, desto berauschter würden die Gäste und desto weniger seien sie willens und in der Lage, die Hygieneregeln einzuhalten. Vertrauen in die Eigenverantwortung der Bürger, die Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) regelmäßig in höchsten Tönen lobt, spricht daraus nicht, eher der Hang zu kleinkarierter bürokratischer Gängelung.

Die Argumentation des Gerichts ist entwaffnend: Wenn man schon Infektionen infolge von übermäßigem Alkoholgenuss befürchtet, dann muss man eben den Alkoholausschank ab einer bestimmten Uhrzeit stoppen, aber die Menschen nicht an den hoffentlich bald anstehenden lauschigen Sommerabenden aus den Biergärten vertreiben. Daran hätte eigentlich auch der Verordnungsgeber denken können.

Dass die Bayern allergisch reagieren, wenn man ihr ureigenes Recht auf Biergartenbesuch beschneidet, musste der bayerischen Staatsregierung schon seit der historischen bayerischen Biergartenrevolution vor 25 Jahren klar sein. Jetzt wurde sie von den Verwaltungsrichtern daran erinnert, dass in Bayern die Uhren etwas anders gehen.

politik@schwaebische.de

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