Diözesanrat für Reformen: „Kirche nicht als Museum erhalten“

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Der Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese München und Freising dringt weiter auf Reformen in der katholischen Kirche. Der Vorsitzende Hans Tremmel begrüßte es am Samstag bei der Vollversammlung des Diözesanrats der Katholiken in Oberschleißheim bei München, dass sich die Deutsche Bischofskonferenz die Geschwindigkeit bei den Reformprozessen nicht länger „von Rom und von der Weltkirche diktieren“ lasse. Sollte es am Ende des Prozesses aber lediglich ein „Bittbrieflein nach Rom“ geben, dann wäre dies zu wenig, sagte Tremmel.

Wer jetzt die Notwendigkeit von tiefgreifenden Reformen nicht sehe, der wolle „die Kirche als Museum erhalten“, warnte er. „Es brennt bereits und manche geweihten Herren überlegen immer noch, ob die mittelalterlichen Brandschutzmaßnahmen nicht vielleicht doch ausreichend sind.“ Nötig seien unabhängige Kontroll- und Gerichtsinstanzen, unvoreingenommene Beschwerdestellen und transparente, nachvollziehbare Entscheidungswege, forderte Tremmel.

„Wir brauchen eine menschenfreundliche Sexualmoral und eine an den Menschenrechten orientierte Ethik und Theologie, die auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau wirklich ernst nimmt“, sagte der Vorsitzende des Diözesanrats.

Schwerpunkt der Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats, zu der rund 170 Teilnehmer aus den Pfarrgemeinderäten und Verbänden in Oberschleißheim zusammenkamen, war die künftige Entwicklung der Erzdiözese. Anwesend war auch der Erzbischof von München und Freising, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Er hatte in dieser Woche zum Abschluss der Frühjahrsversammlung der Deutschen Bischofskonferenz von einer „Zäsur“ in der Kirche gesprochen und einen „synodalen Weg“ angekündigt, den die Bischöfe zusammen mit den Laien gehen wollten.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen