Dax-Premiere für Triebwerksbauer MTU

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Dax-Aufsteiger MTU
Ein Mitarbeiter arbeitet in einem Werk der MTU Aero Engines AG an einer Flugzeug-Turbine. (Foto: DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der Münchner Triebwerksbauer MTU spielt seit Montag in der obersten Börsenliga mit. Die Premiere wurde allerdings von der Debatte über die Folgen des Klimas fürs Fliegen und der Insolvenz des Touristikkonzerns Thomas Cook überschattet, zu dem auch der deutsche Ferienflieger Condor und andere Airlines mit rund 100 Flugzeugen gehören. Die MTU-Aktie gab bei ihrem Dax-Einstand am Montagmorgen zunächst rund ein Prozent nach, etwas mehr noch als der Dax.

Die Deutsche Börse hatte MTU vor drei Wochen zum Nachfolger des Stahlriesen Thyssenkrupp im Deutschen Aktienindex (Dax) der 30 wichtigsten Konzerne gekürt. Nun wurde die Änderung wirksam.

Damit ist MTU auch stärker im Fokus der Anleger, vor allem auch ausländischer Investoren. Dabei sind schon heute die US-Investoren Capital Group und Blackrock die größten MTU-Aktionäre.

Das Unternehmen stellt Triebwerke für Flugzeuge von Airbus und Boeing her, zusammen mit Partnern wie Pratt & Whitney. Außerdem baut es die Antriebe für Militärjets wie den Eurofighter. Für die Antriebe des modernisierten Airbus-Mittelstreckenjets A320neo haben die Münchner erstmals eine eigene Endfertigungslinie aufgebaut.

Und MTU baut Triebwerke nicht nur - einen großen Teil seines Gewinns erwirtschaftet MTU mit der Wartung und Reparatur. Ist ein Flugzeug erst mal verkauft, verdient MTU daran noch viele Jahre. Bei der Instandhaltung und Reparatur des V2500 etwa, dem Antrieb der Airbus-A320-Familie, ist MTU nach eigenen Angaben weltweit führend. Für die Bundeswehr ist MTU Partner bei der Wartung fast aller Luftfahrtantriebe.

Im laufenden Jahr rechnet Vorstandschef Reiner Winkler mit einem Umsatzwachstum auf 4,7 Milliarden Euro und einem Gewinnanstieg auf rund 750 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern. Ein günstiger Produktmix und ein gutes Wartungsgeschäft in China sorgen für Rückenwind.

In den vergangenen drei Jahren hat sich der Börsenkurs von MTU fast verdreifacht. Inzwischen ist das Unternehmen, das 10 000 Mitarbeiter beschäftigt, 12,4 Milliarden Euro wert. Der Aufstieg in den Dax ist aber längst im Aktienkurs eingepreist. Schon seit der Entscheidung der Deutschen Börse hat die Aktie leicht nachgegeben.

Mit MTU haben nun sieben Dax-Konzerne ihren Sitz in München. Die anderen sind Siemens, BMW, Linde, Allianz, Münchener Rückversicherung und Wirecard.

Thyssenkrupp ist seit Montag im MDax notiert. Die Aktie der Essener gab zum Auftakt gut 2 Prozent nach.

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