Das Franken-Derby zwischen Tradition und Emotion

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Deutsche Presse-Agentur

Das Warten auf das Franken-Derby hat ein Ende. Die SpVgg Greuther Fürth und der 1. FC Nürnberg treffen morgen (13.30 Uhr) zum 265. Mal aufeinander. Kein anderes Duell in Deutschland wurde häufiger ausgetragen. Ein Blick auf vergangene Auflagen.

Die Chronologie beginnt mit einem Schützenfest. Mit 15:0 gewinnt Nürnberg im Jahr 1902 die Erstauflage des Duells. Ein Jahr später können die Fürther ihr erstes Tor gegen den Nachbarn bejubeln, die Partie wird aber wegen Schneefalls abgebrochen. Sieben Jahre danach gelingt Fürth beim 2:1 der erste Sieg.

Das Kleeblatt kommt zuerst zu Meisterehren, nach 1914 wird auch noch 1926 und 1929 der deutsche Meistertitel geholt. Umso schöner ist die erste Meisterschaft für den „Club“: Ausgerechnet ein 2:0 gegen den Nachbarn beschert Nürnberg im Endspiel 1920 den ersten seiner neun Meistertitel. 35 000 Zuschauer verfolgen das Finale, selbst Busse und Leitern müssen für Zaungäste herhalten.

In den 1920ern sind die fränkischen Gipfeltreffen legendär. Beide Teams stellen den Großteil der Nationalmannschaft, zu deren Partien die Spieler aber, etwa bei einem Auftritt in Amsterdam, strikt getrennt in verschiedenen Zugwaggons reisen.

Nicht immer ist das Derby ein fußballerischer Leckerbissen. Am 6. Oktober 1929 verzeichnet die Statistik drei Platzverweise - zwei gegen Nürnberg, einen gegen Fürth. „Von einer Holzauktion“ müsse man im Grunde sprechen. „Von einem Ereignis, über das man am besten gleich zwei Mäntel der christlichen Nächstenliebe deckt“, urteilt damals ein Zeitungsautor. Beim Fürther Sieg im Pokal-Derby 2011 wird es neben dem Platz ungemütlich, als rund 100 Nürnberger Fans den Innenraum stürmen und Fürther Anhänger attackieren.

Hoch her geht es auch 1973, als im Fürther Ronhof das 209. Derby angesichts zu aggressiver „Club“-Fans abgebrochen werden muss. Dass die fränkischen Derbys allemal etwas Besonderes sind, zeigt sich in der Saison 1996/97: Damals lockt die Partie 45 000 Zuschauer an - bei einem Drittliga-Spiel!

Ein Wiedersehen gibt es im April 2013. Die beiden Rivalen treffen erstmals nach rund 49 Jahren in der ersten Liga wieder aufeinander. Ein sehenswerter Fernschuss von Johannes Geis beschert den Fürthern den Sieg.

Einen desaströsen Sommerabend erlebt der FCN im August 2014. Mit einem 1:5 wird die Mannschaft des damaligen Trainers Valérien Ismaël von den Fürthern aus dem Stadion geschossen. „Das war ein Debakel“, urteilt der damalige Sportchef Wolfgang Wolf nach der 257. Kraftprobe. Eine Nürnberger Durststrecke endet dagegen am 24. September 2017. Nach fast 38 Jahren Wartezeit gelingt dem FCN wieder ein Pflichtspielsieg im Fürther Ronhof.

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