Dörrobst und Bierbrauen sind immaterielles Kulturerbe

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Bierbrauen ist immaterielles Kulturerbe
Eine Hopfendolde vor einem Glas mit Weißbier. (Foto: Armin Weigel/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Vom Augsburger Friedensfest über die traditionelle Dörrobstherstellung im Steigerwald bis zum handwerklich gebrautem Bier aus der Oberpfalz: Zwölf lebendige Traditionen, Bräuche und Handwerkstechniken werden in diesem Jahr neu in das bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. „Gerade in Bayern genießen die Pflege und der Erhalt immaterieller kultureller Ausdrucksformen einen besonders hohen Stellenwert“, sagte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) bei der Bekanntgabe nach der Ministerratssitzung am Dienstag in München.

Charakteristisch für die Oberpfälzer Zoiglkultur sei das gemeinschaftliche Brauen im lokalen Kommunbrauhaus sowie der Ausschank bei (Laien)Wirten, hieß es. Die Zoiglkultur lasse sich bis in das Jahr 1415 (Neuhaus) zurückverfolgen.

Zudem werden die Agnes-Bernauer-Festspiele in Straubing, das Drechslerhandwerk, die Schafhaltung und die Weihnachtsschützen im Berchtesgadener Land offiziell Kulturerbe im Freistaat. Seit dem Jahr 1666 findet im Berchtesgadener Land das Böllerschießen anlässlich hoher christlicher Festtage und zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten oder regionalen Festen statt. 17 Vereine mit mehr als 3300 Mitgliedern üben den Brauch aus. Zudem entschied sich der Ministerrat für die Aufnahme der Jurahäuser im Altmühltal und der bäuerlichen Gemeinschaftswälder im Steigerwald, die seit Jahrhunderten vor allem der Gewinnung von Brennholz dienen.

Bereits Anfang des Jahres wurde bekanntgegeben, dass auch die Nürnberger Epitaphienkultur, die Fürther Michaeliskirchweih und das Wirken der Nürnberger Naturhistorischen Gesellschaft in das Landesverzeichnis aufgenommen werden.

Für die Aufnahme in das Bundesverzeichnis schlägt der Ministerrat das Augsburger Friedensfest, die Weihnachtsschützen, die Jurahäuser und die bäuerlichen Gemeinschaftswälder vor. Eine Eintragung in das bundesweite Verzeichnis ist Voraussetzung für eine internationale Nominierung für die Welterbe-Liste der Unesco.

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