CSU setzt bei virtuellem Stammtisch auf fleißige Mitglieder

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Seehofer und Blume
Horst Seehofer(r) unterhält sich vor Beginn der CSU Parteivorstandssitzung mit Markus Blume, CSU-Generalsekretär. (Foto: Peter Kneffel/aktuell / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die CSU setzt im anstehenden Landtagswahlkampf bei Diskussionen in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter auf das Engagement ihrer rund 140 000 Mitglieder. „Wir werden eine neue App entwerfen, mit der jedes Mitglied online aktiv sein und sich an den Debatten beteiligen kann“, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Montag nach einer Sitzung des Parteivorstands in München. Ziel sei es, nicht nur an den Stammtischen im Freistaat, sondern auch an den virtuellen Stammtischen die Deutungshoheit zu übernehmen.

Generell werde die CSU einen harten Onlinewahlkampf führen, betonte Blume. Seine Ansage richtete sich direkt an die Adresse der AfD. Die rechtspopulistische Partei hatte bislang bereits eine sehr aggressive Internetwahlkampfstrategie verfolgt und die CSU attackiert. Durch das Engagement im Netz alleine werde zwar keine Wahl gewonnen, sehr wohl könne im Internet aber eine Wahl verloren werden, sagte Blume. Im Vergleich zu bisherigen Wahlkämpfen wolle die CSU „agil und schnell“ auf Unfug im Internet reagieren, nicht mehr nur neue Inhalte ins Netz stellen, die dann von anderen kommentiert würden. „Dabei bauen wir auf die Kraft unserer Mitglieder und Mandatsträger.“

Die Partei brauche „eine schnelle Reaktionsfähigkeit“, hatte Blume bereits zuvor nach Angaben von Teilnehmern in der nicht öffentlichen Sitzung des CSU-Vorstands erklärt. Ziel sei die Vereinigung des bürgerlichen Lagers und - wenn möglich - auch die Fortsetzung der Alleinregierung. Am 14. Oktober wird in Bayern ein neuer Landtag gewählt. In aktuellen Umfragen liegt die CSU noch weit unter ihrem Ergebnis von 2013 (47,7 Prozent), verbuchte in den vergangenen Wochen aber einen Zuwachs auf bis zu 44,5 Prozent.

Darüber hinaus werde die CSU auch weiterhin auf den klassischen Haustürwahlkampf setzen und bis zur Wahl am 14. Oktober versuchen, durch „hervorragendes Regierungshandeln“ zu überzeugen und neue Schwerpunkte setzen, sagte Blume. Auf diese Weise solle das bürgerliche Lager wieder vereint werden. Wir regieren bis zum letzten Tag und senden damit die wichtige Botschaft, dass wir liefern.“

Das gelte auch für die CSU-Mitglieder in der Bundesregierung, die weiter nach dem Motto „wir haben verstanden“, die Lehren aus der Bundestagswahl zögen. Mit Blick auf die teils kontrovers geführten Debatten zur Zugehörigkeit des Islams zu Deutschland habe der Vorstand Parteichef Horst Seehofer die „volle Rückendeckung gegeben. Wir sind der Meinung, dass es wichtig ist, die Debatten zu führen.“ Wichtig sei es, den verunsicherten Menschen Gewissheiten zu geben, etwa durch eine punktgenaue Umsetzung des Koalitionsvertrages ohne jegliche Umdeutungsversuche bei der Frage des Familiennachzugs. „Wir halten Kurs, nicht aus Wahlkampfgründen, sondern aus tiefer Überzeugung“, betonte Blume.

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