Busfahrer streiken für höhere Löhne

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Ein Streikender trägt eine Warnweste mit dem Verdi-Logo
Ein Streikender trägt eine Warnweste mit dem Verdi-Logo. (Foto: Christophe Gateau / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die Gewerkschaft Verdi hat Busfahrer in mehreren bayerischen Städten für Freitag zu Warnstreiks aufgerufen. Im Stadtverkehr Aschaffenburg, bei der Würzburger NVG Omnibus, der Coburger SÜC Bus und Aquaria, dem HLV Hadersdorfer Linien-Verkehr Freising, der Kaufbeurener Verkehrsgesellschaft Kirchweihtal und bei Osterrieder-Omnibus im Donau-Ries-Kreis sollen die Beschäftigten die Arbeit ruhen lassen.

Der Tarifvertrag für 17 000 Busfahrer in Bayern läuft Ende Oktober aus. Verdi fordert für sie 30 Prozent mehr Lohn. Der Landesverband der Omnibusunternehmen (LBO) mit seinen 1000 Mitgliedsbetrieben will erst im Januar mit Verhandlungen beginnen.

LBO-Geschäftsführer Stephan Rabl sagte am Donnerstag: „Wir stehen grundsätzlich Lohnerhöhungen nicht im Wege.“ Aber derzeit sei annähernd ein Viertel der Busfahrer in Kurzarbeit, im öffentlichen Nahverkehr gebe es weiterhin weniger Fahrgäste als vor der Krise, und im Reiseverkehr stünden drei Viertel der Busse.

Verdi zufolge bekommen Busfahrer im ersten Berufsjahr rund 13 Euro Stundenlohn, vom vierten Berufsjahr an 14 Euro. Die Gewerkschaft fordert jeweils 3,50 Euro mehr. In Rheinland-Pfalz hätten sich die Tarifparteien im August auf eine Lohnerhöhung auf 15 Euro geeinigt, in Hamburg und Schleswig-Holstein lägen die Abschlüsse noch darüber.

Das Angebot der Arbeitgeber, ab Januar zu verhandeln, heiße: „Sie bieten nichts“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Silke Vorpahl. Vor Corona habe es einen riesigen Personalmangel gegeben, nach Corona werde es ihn wieder geben. „Der Beruf des Busfahrers muss wieder attraktiver werden; nur so kann gewährleistet werden, dass die Schulbusse auch vom Betriebshof runtergefahren werden und Schüler transportieren“, sagte sie. Mit einem „ordentlichen Angebot“ könnten die Arbeitgeber weitere Streiks verhindern.

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