Bub auf Schulweg missbraucht: Langjährige Haftstrafe

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Prozess um möglichen Missbrauch eines Neunjährigen
Der Angeklagte sitzt mit Fußfesseln im Gerichtssaal. Fotoi: Nicolas Armer (Foto: Nicolas Armer / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Das Landgericht Bamberg hat einen Mann zu zwölf Jahren Haft verurteilt, weil er einen Neunjährigen zwei Mal auf dem Schulweg in Oberfranken abgefangen und schwer sexuell missbraucht hatte. Nach Absitzen seiner Strafe muss der 25-Jährige in Sicherheitsverwahrung, wie der Richter am Freitag verkündete. Das Gericht sah es zudem als erwiesen an, dass er den Schüler im Zuge der ersten Vergewaltigung mit einem Messer und einer Luftdruckpistole bedrohte.

„Es gibt keine Zweifel an der Aussage des Kindes“, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Der Neunjährige habe sehr detailliert über die Vergewaltigung gesprochen. Darüber hinaus seien DNA-Spuren des Täters auf der Kleidung des Buben gefunden worden.

Der 25-Jährige verlor bis zum Schluss kein Wort über den Missbrauch im vergangenen Januar. Sein Verteidigter plädierte für Freispruch, wie ein Sprecher des Gerichts nach der nicht-öffentlichen Verkündigung der Plädoyers mitteilte. Demnach war zwar auch der Anwalt von der Vergewaltigung überzeugt, doch auf der Anklagebank habe nach dessen Ansicht der Falsche gesessen.

Das Gericht wies den Einwand ab, zumal der Täter aus dem Landkreis Haßberge schon fünf Jahre wegen des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen und Diebstahls im Gefängnis war. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis 2017 durfte er keinen Kontakt mit Minderjährigen unter 16 Jahren aufnehmen. Das Gericht berücksichtige beim Strafmaß zudem, dass der 25-Jährige 400 Euro klaute und ohne Erlaubnis eine Luftdruckpistole auf der Straße bei sich hatte.

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