Bringt Homöopathie etwas? Kosten für staatliche Studie in Bayern verdoppeln sich

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Ein Blick auf ein Regal mit vielen kleinen Fläschchen
ARCHIV - 29.01.2004, Hessen, Schöneck-Kilianstädten: Blick in einen Schrank auf Fläschchen mit homöopathischen Mitteln in der Praxis einer Heilpraktikerin. (Zu dpa Pläne für Homöopathie-Studie lösen scharfe Kritik aus") (Foto: Frank Rumpenhorst)
Ralf Müller

SPD und FDP im bayerischen Landtag machen erneut Front gegen eine Studie zum Nutzen der Homöopathie, welche CSU und Freie Wähler mit Zustimmung der Grünen im vergangenen Jahr im Landtag beschlossen haben. Die Kosten für die Studie sollen sich gegenüber dem ursprünglichen Ansatz auf 800 000 Euro verdoppeln. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD Ruth Waldmann zeigte sich „fassungslos“. Auch der haushaltspolitische Sprecher der Sozialdemokraten Florian Ritter nannte die Aufwendungen „völlig unverantwortlich“. FDP-Fraktionschef Martin Hagen machte über Twitter auf die Kostenexplosion aufmerksam. Die Liberalen hatten in dieser Frage dieselbe Haltung vertreten wie die SPD, dass homöopathische Präparate über Placebo-Effekte hinaus keine Wirkung haben. Dies sei hinreichend bewiesen.

Die zusätzlichen 400 000 Euro für die Studie werden auf Antrag der CSU bereit gestellt. „Auf Staatskosten untersuchen zu wollen, ob Homöopathie Antibiotika ersetzen kann, ist wissenschaftlicher Unfug und brandgefährlich“, erklärte die SPD-Parlamentarier Waldmann.

Waldmann verwies auf die Antragsbegründung, wonach Homöopathie bei schwerer Sepsis helfen könne. „Allein so etwas zu behaupten, kann sehr gefährlich für betroffene Patienten sein, wenn sie das glauben und nicht zu einem richtigen Arzt gehen“, so Waldmann.

Schon die ursprünglich geplanten 400 000 Euro seien eine aus der Luft gegriffene und unverantwortlich hohe Summe gewesen, kritisierte der SPD-Haushaltspolitiker Florian Ritter. Diese nun zu verdoppeln, setze „dem Ganzen die Krone auf“.

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