Briefwahl in Bayerns Großstädten beliebter

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Briefwahl zur Europawahl
Briefwahl in Bayerns Großstädten beliebter. (Foto: Ralf Hirschberger / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Immer mehr Menschen in größeren Städten Bayerns stimmen bei Wahlen per Brief ab. Fünf Tage vor der Europawahl sind in München, Nürnberg, Augsburg und Würzburg deutlich mehr Briefwahl-Anträge eingegangen als bei der Abstimmung zum Europäischen Parlament 2014, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. In München wurden heuer bislang knapp 283 500 Wahlscheine nach Briefwahlantrag ausgestellt - rund 82 500 mehr als 2014.

Auch Nürnberg verzeichnet einen „eklatanten Anstieg“ an Briefwählern, hieß es von der Stadt. Schon jetzt seien gut 76 000 mehr Anträge eingegangen als bei der vergangenen Europawahl insgesamt (55 520). In Augsburg ist die Zahl der Anträge mit 35 500 bislang deutlich höher (2014 insgesamt: 22 000), jedoch vergleichbar mit den Zahlen der vergangenen Landtags- und Bundestagswahl. In Würzburg sind es bisher 30 500. Damit sei in der Stadt am Main der gleiche Briefwähler-Anteil wie bei den vergangenen Landtagswahlen erreicht worden - der bislang höchste Wert.

Schon in den vergangenen Jahren wählten bayernweit zunehmend mehr Menschen das Europaparlament per Brief, wie aus Zahlen des Bundeswahlleiters hervorgeht. Dieser Trend ist auch bei den Bundestagswahlen zu beobachten. Bundesweit steigt die Zahl der Briefwähler ebenso seit Jahren.

Bundeswahlleiter Georg Thiel sieht dies kritisch. Die Verfassung und die darauf beruhenden Gesetze sähen die Stimmabgabe an der Urne, also am Wahlsonntag, als Grundsatz vor, sagte Thiel den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). Die Briefwahl beeinflusse die Prinzipien der gleichen und geheimen Wahl und strecke den Wahlzeitraum auf mehrere Wochen.

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