BGH stimmt „Wechselmodell“ zu

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Bundesgerichtshof
Außenaufnahme des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe. (Foto: Uli Deck/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Das Oberlandesgericht Nürnberg muss sich erneut mit einem Fall zur Kinderbetreuung nach einer Trennung befassen. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) spricht grundsätzlich nichts dagegen, dass Familiengerichte ein „Wechselmodell“ anordnen, bei dem Mutter und Vater ihr Kind nach der Trennung im gleichen Umfang betreuen. Das kann zum Beispiel so aussehen, dass das Kind eine Woche bei der Mutter lebt und für die nächste Woche beim Vater einzieht. Grundvoraussetzung ist laut dem am Montag veröffentlichten Beschluss aber, dass die geteilte Betreuung dem Wohl des Kindes am besten entspricht (Az. XII ZB 601/15).

Entscheidend ist dem Beschluss zufolge außerdem, wie das Kind selbst gerne leben möchte - je älter es sei, desto wichtiger würden seine Wünsche und Vorstellungen. Das Gericht muss also immer das Kind persönlich anhören. In dem Nürnberger Fall war das nicht passiert. Das Gericht muss daher noch einmal verhandeln. Ein Vater will gegen seine Ex-Frau durchsetzen, dass der 13-jährige Sohn jede zweite Woche bei ihm lebt. Woher die Eltern genau kommen, blieb zunächst unklar.

BGH-Mitteilung zu dem Beschluss

Beschluss im Volltext

Informationsblatt über das Wechselmodell

Eltern-Broschüre zum Wechselmodell

Kinderrechtekommission über Wechselmodell und Familienrecht

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