Bedford-Strohm kritisiert Glaubensprüfungen bei Flüchtlingen

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Heinrich Bedford-Strohm
Heinrich Bedford-Strohm spricht auf der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche. (Foto: Andreas Gebert / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat Glaubensprüfungen bei Flüchtlingen kritisiert, die in Deutschland zum Christentum konvertieren. Der ernst gemeinte Wechsel zum christlichen Glauben werde vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und von Gerichten häufig bezweifelt, sagte Bedford-Strohm bei der Landessynode am Montag in Bamberg. „Das können wir nicht akzeptieren.“ Denn diese Unterstellung impliziere einen „Generalverdacht, dass sie das Sakrament der Taufe politisch nutzen wollten“.

Dabei seien die Kasualien - also Gottesdienste zu wichtigen Lebensstationen wie Taufe, Trauung und Beerdigung - ein „reicher Schatz“, erklärte Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland ist. Gerade Trauerfeiern nach Terroranschlägen, Amokläufen oder dem Tod von öffentlichen Persönlichkeiten fänden auch „jenseits der Grenzen der Kirche große Beachtung“.

Diese „öffentlichen Formen kollektiver Lebensdeutung“ ließen sich nicht vom Engagement in der Zivilgesellschaft trennen. Als Beispiele nannte Bedford-Strohm das Eintreten für Menschenwürde und gegen rechtsradikale Gewalt, die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der Kirche und das Engagement für konvertierte Flüchtlinge.

Während der Landesbischof spontanen Beifall bekam, sorgte die Personalplanung der Kirche für Diskussion. Zehn Prozent aller Stellen werden gestrichen, kündigte Personalleiter Stefan Reimers an. Auf diese Weise sollen die Stellen von Pfarrern, Diakonen, Religions- und Sozialpädagogen sowie Kirchenmusikern den sinkenden Mitgliederzahlen angepasst werden.

Neben dieser „Realität der Zahlen“ ziele die Landesstellenplanung auf Möglichkeiten der Gestaltung ab, betonte Reimers. Die Dekanate dürften entscheiden, welche Aufgaben die Kirche vor Ort übernehmen soll und dementsprechend die Stellen verteilen. So könnte beispielsweise auch eine Diakonen-Planstelle mit einer Kirchenmusikerin besetzt werden. Der endgültige Beschluss zur Landesstellenplanung soll in einem Jahr fallen.

Dann soll auch entschieden werden, ob in Nürnberg ein evangelischer Campus entsteht. Mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg, den Fachakademien Rummelsberg und weiteren christlichen Trägern könnte dort ein „neuer Ort für Bildung, Begegnung und Beratung“ werden, sagte Finanzleiter Erich Theodor Barzen. Rund 155 Millionen Euro würde ein solcher Campus kosten. Noch bis Donnerstag tagt die Kirchenleitung in Bamberg.

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