Bayerns Polizei braucht dringend neue Recherche-Software

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Polizeibeamter
Ein bayerischer Polizist steht im Regen vor einem Streifenwagen. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Mit einer neuen Computer-Software will Bayerns Polizei die interne Suche nach wichtigen Daten zur Bekämpfung von Verbrechen beschleunigen. „Eine zeitnahe Bereitstellung der relevanten Informationen wird immer komplexer und schwieriger“, teilte das Landeskriminalamt am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München mit. Es gehe nicht darum, neue Daten zu erheben. Alle betroffenen Informationen lägen in getrennten Datenbanken bereits vor, ferner könnten aber künftig auch etwa Handydaten von Straftätern in die Analyse einbezogen werden.

Die Informationen in den Polizei-Datenbanken seien für eine nachhaltige Bekämpfung des internationalen Terrorismus, der organisierten Kriminalität und zur Abwehr von herausragenden Gefahren für die Bevölkerung von zentraler Bedeutung. Da die Datenbanken aber bislang nicht über eine zentrale Software abgefragt werden könnten, müsse die Recherche effizienter und schneller möglich werden.

In einem ersten Schritt können sich nun per europaweiter Ausschreibung Firmen melden, die eine Software anbieten wollen. Das für die Auswahl zuständige Landeskriminalamt geht davon aus, dass nicht vor Ende 2021 oder Anfang 2022 mit einer Vergabe zu rechnen sei. Bis die Software die Datenbanken vernetzt und einsetzbar ist, dürften dann noch einige Monate vergehen.

Eine große Herausforderung bei dem Projekt ist der Schutz der teils hochsensiblen Daten. „Es wird nur der Anbieter zum Zug kommen, der die hohen Datenschutzanforderungen hundertprozentig erfüllt“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Er erhoffe sich von der neuen Software eine Beschleunigung der Ermittlungen, eine effektivere Aufdeckung von kriminellen Netzwerken und auch Ansätze, um Sicherheitsgefahren schneller entschärfen zu können. Dabei gehe es vor allem um die Bekämpfung von Terrorismus und Schwerstkriminalität.

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