FC Bayern mit Not-Elf nur 1:1 vor Paris-Duell

Benjamin Pavard reagiert enttäuscht nach dem Ausgleich
Münchens Pavard (M) steht enttäuscht auf dem Platz, während Unions Spieler den Ausgleich feiern. (Foto: Sven Hoppe / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Christian Kunz

Die missglückte Einstimmung auf die große Champions-League-Herausforderung bei Paris Saint-Germain ließ der FC Bayern schnell hinter sich. Der deutsche Fußball-Rekordmeister kam am Samstag mit einer Not-Elf nur zu einem 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Union Berlin. „Die Mannschaft hat wieder eine gute Mentalität gezeigt, aber leider zwei Punkte zu wenig mitgenommen“, sagte Trainer Hansi Flick und gab für das Viertelfinal-Rückspiel am Dienstag vor allem eine Maßgabe vor: „Akku aufladen.“

Der Führungstreffer von Nationalspieler Jamal Musiala (68. Minute) war zu wenig für die Münchner, Joker Marcus Ingvartsen (86.) sorgte mit seinem späten Ausgleich für Frust beim Triplesieger. Der Vorsprung des Spitzenreiters auf RB Leipzig verringerte sich auf immer noch komfortable fünf Punkte.

Drei Tage vor dem Showdown in Paris ließ Flick den Triplesieger in einer Formation auflaufen, die so wohl nicht noch einmal zusammenspielt. Insgesamt musste er auf neun Stars verzichten. Sorgen, dass es gegen Union auch noch die vorzeitig ausgewechselten Kingsley Coman (Schlag auf Wadenbeinköpfchen), Jérôme Boateng (Knieprobleme) und Musiala (Wadenkrämpfe) erwischt haben könnte, hegte Flick nicht.

„Ich denke, dass alles nicht ganz so schlimm ist“, sagte der Münchner Coach. Für das Rückspiel, in dem der Königsklassen-Titelverteidiger das 2:3 aus dem Hinspiel drehen will, hofft Flick auf ein Mitwirken von Lucas Hernández (Prellung) und von Leon Goretza (muskuläre Probleme), wenngleich die Aussichten für Hernández wohl besser sind.

Zu den Personalsorgen kommt Unruhe durch die Dauer-Debatte um Flicks Zukunft sowie interne Dissonanzen mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Flick äußerte sich im Rahmen der Union-Partie wie angekündigt nicht zu solchen Themen. „Nächste Frage“, entgegnete Flick vor seinem 200. Bundesligaspiel als Trainer und Spieler.

Das Thema sei in der Mannschaft „nicht so groß wie man sich das vorstellen kann“, sagte Kapitän Manuel Neuer nach dem Remis. „Dennoch sind alle Sachen, die von außen auf uns einprasseln, natürlich nicht von Nöten.“ Flick sei „der richtige Trainer für uns“.

Riesengroß war Neuers Erleichterung, als Musiala die Münchner Überlegenheit mit dem 1:0 belohnte. Thomas Müller hatte im Union-Strafraum am schnellsten geschaltet und Musiala bedient. Der schloss eiskalt ab. „Die jungen Spieler haben alle ein hervorragendes Spiel gemacht“, lobte Flick nicht nur den 18-jährigen Musiala, längst festes Mitglied bei den Bayern-Profis. Für Tiago Dantas (20) sowie die Debütanten Josip Stanisic (21) und Christopher Scott (18) war das Mitwirken in der Bundesliga dagegen etwas Ungewohntes.

Etablierte und gesunde Profis wie Benjamin Pavard, Leroy Sané oder David Alaba blieben zumindest in der ersten Hälfte draußen. Was trotz der riesengroßen Rotation blieb, war die Bayern-Dominanz gegen angesichts der Münchner Aufstellung lange zu respektvolle Gäste.

Chancen in Hülle und Fülle, wie drei Tage zuvor beim Königsklassen-Spektakel gegen PSG verbuchten die Münchner allerdings nicht. Trotzdem fehlte nicht viel zum verdienten Sieg - bis Berlin zuschlug. „Das ist natürlich sehr ärgerlich“, sagte Neuer.

Dagegen reisten die Gäste zufrieden heim. „Die Mannschaft hat sich über 90 Minuten den Punkt verdient, auch wenn er sicher glücklich war“, sagte Trainer Urs Fischer. Nun drücke man „den Bayern für Dienstag die Daumen“.

© dpa-infocom, dpa:210410-99-154094/3

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