Bayerische Wirtschaft steuert auf härtere Zeiten zu

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Bayerische Wirtschaft
Eine Auszubildende bringt an einem Fließband im Audi-Werk ein Rad an. (Foto: Andreas Geber/Archivbild / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die bayerische Wirtschaft erwartet bald mehr Arbeitslose. Der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags, Manfred Gößl, sagte dem „Donaukurier“ (Donnerstag): „Wir sind weltwirtschaftlich auf einer Talfahrt.“ Die Geschäftserwartungen der Industrie und jetzt auch der Dienstleister würden schlechter. Er rechne damit, „dass spätestens im Herbst die Arbeitslosenzahlen wieder leicht steigen werden.“

Dazu komme der Umstieg auf Elektroautos und die Digitalisierung, die ein Drittel der Arbeitsplätze in der bayerischen Autoindustrie betreffe. „Wir haben eine beträchtliche Zahl von innovativen und gut bezahlten Arbeitsplätzen in der Industrie, die gefährdet sind“, sagte Gößl. Das betreffe besonders kleine und mittelgroße Zulieferer.

In der Autoindustrie würden die Karten völlig neu gemischt. Deshalb müsse für vernetztes und autonomes Fahren „der politische Rahmen und die Akzeptanz unter der Bevölkerung geschaffen werden“, forderte Gößl. In Kalifornien sei die Google-Schwesterfirma Waymo mit autonomen Autos schon zwei Millionen Kilometer in Städten gefahren, während autonome Autos in Deutschland nur „auf der Autobahn hin und her“ fahren.

Bis 2025 werde Bayern 20 Prozent mehr Strom brauchen, auch für Elektroautos. Weil die letzten Atomkraftwerke 2022 vom Netz gehen müssten, brauche Bayern einen vehementen Ausbau erneuerbarer Energie, Stromautobahnen und Erdgaskraftwerke. Die Wirtschaft brauche sicheren und bezahlbaren Strom - die Energiepreise seien bereits die höchsten in Europa.

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