Bayerische Polizisten schwitzen in der neuen Uniform zu stark

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Eine Polizistin und ein Polizist bei der Vorstellung der Uniformen im Jahr 2015.
Eine Polizistin und ein Polizist bei der Vorstellung der Uniformen im Jahr 2015. (Foto: dpa)
Ralf Müller

Die Beschwerden über Mängel an den neuen Uniformen für Bayerns Polizei hören nicht auf. Die Umstellung auf die neuen Uniformen habe 33 Millionen Euro gekostet, erklärte der stellvertretende Vorsitzende der SPD im bayerischen Landtag Klaus Ardelt am Dienstag. Das sei zu viel, wenn nicht einmal die Nähte hielten. Ardelt: „Peinlich und fragwürdig“. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bayern, Peter Schall, bestätigte die Unzufriedenheit mit dem neuen Outfit.

Der GdP lägen 350 Beanstandungen über die neuen Kleidungsstücke vor, teilte Schall mit. Weil die Beschwerden offenbar keine Wirkung hätten, würden sich viele Kollegen deshalb gar nicht melden. Die Sommerhosen und die dunkelblauen Hemden hätten sich als stark schweißtreibend erwiesen. Die Taschen der Hosen seien zu klein, die Reißverschlüsse bei den Herren zu kurz und gelegentlich werde auch über aufgeplatzte Nähte berichtet. An den Hemden stelle man gesplitterte Knöpfe und teilweise abgelöste Knopfleisten fest. Positiv äußerten sich Beamte bei einer GdP-Umfrage hingegen über die weißen Uniformhemden und die Jacken.

Der SPD-Politiker Ardelt wundert sich über den Vorgang, weil 500 der insgesamt 24 000 Uniformträger der bayerischen Polizei vor Einführung der neuen Kleidungsstücke für einen umfangreichen Trageversuch ausgewählt worden waren. Das Material der dann tatsächlich ausgelieferten Uniformen entspreche aber offensichtlich nicht dem, das zuvor getestet und für gut befunden worden sei, so der SPD-Abgeordnete.

Ardelt fordert von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) jetzt Auskünfte über die „Qualitätsmängel bei der Ausrüstung“, was von GdP-Landeschef Schall ausdrücklich begrüßt wird. Die Schlussfolgerung des SPD-Politikers, die Uniformen künftig über ein eigenes bayerisches Logistikzentrum statt wie bisher über ein zentrales Logistikzentrum in Niedersachsen zu beschaffen, unterstützt der Polizeigewerkschafter hingegen nicht. Wenn Bayern einen eigenen Weg gehen wollte, würde das deutlich teurer, so Schall.

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