Bauernpräsident für Förderung von Humusaufbau

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Landwirtin hält ein Plakat
Ein Landwirtin hält während einer Kundgebung ein Plakat. (Foto: Andreas Arnold / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl wirbt für eine bessere staatliche Förderung von Maßnahmen zum Humusaufbau. „Der Humus verbessert die Fruchtbarkeit der Böden und bindet zugleich CO2“, sagte der Präsident des Bayerischen und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes. Würden auf den bayerischen Ackerflächen im Jahr 0,1 Prozent mehr Humus aufgebaut, so könne das den CO2-Ausstoß eines Fünftels der Bevölkerung im Freistaat neutralisieren. „Das ist schon mal eine echte Hausnummer.“

Gerade für den Humusaufbau dürfe die Düngung speziell von sogenannten Zwischenfrüchten nicht weiter beschränkt werden, forderte Heidl. Diese Pflanzen werden zwischen den Anbauperioden ausgesät, um den Boden zu regenerieren, zu bedecken und vor Erosion zu schützen. Sie werden später oft untergepflügt, aus den Pflanzen und deren Wurzeln bildet sich beim Verrotten neuer Humus. Würden sie ausreichend gedüngt, könnten sie sogar überproportional viel Stickstoff binden.

Über die Jahrzehnte sei hierzulande eine dicke Humusschicht aufgebaut worden. Es müsse aber mehr getan werden. In Österreich gebe es Programme, die den Anbau von Zwischenfrüchten und damit den Aufbau von Humus unterstützen. Auch durch längere Standzeiten der Pflanzen könnten noch mehr Stickstoff und CO2 gebunden werden.

In Deutschland hingegen würde die geplante erneute Verschärfung der Düngeverordnung die Möglichkeiten gerade auch bei Zwischenfrüchten einschränken. Hintergrund sind hohe Nitratwerte im Grundwasser, das so besser geschützt werden soll. Bei Zwischenfrüchten sei aber erwiesen, dass sie durch ihr Wachstum mehr Stickstoff binden, als ihnen über die Düngung zugeführt wurde, sagte Heidl.

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