Bahn sieht große Zustimmung zu Trasse im Inntal

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Bahngleise
Bahngleise. (Foto: Arno Burgi/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Nach einer Umfrage im Auftrag der Deutschen Bahn (DB) gibt es in der Bevölkerung breite Zustimmung zu einer neuen zweigleisigen Bahntrasse im Inntal Richtung Brenner. 78 Prozent der Befragten sähen in dem Schienenprojekt einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme, teilte die Bahn am Freitag in Rosenheim mit. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte von Mai bis Mitte Juni telefonisch rund 1500 Menschen in dem betroffenen Gebiet um Rosenheim sowie im bayerischen und im Tiroler Inntal befragt.

Auf deutscher Seite waren 75 Prozent für einen Eisenbahnausbau, auf österreichischer 94 Prozent. „Wir fühlen uns bestätigt“, sagte DB-Projektleiter Torsten Gruber. Martin Gradnitzer, Projektleiter bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), meinte: „Dieses Ergebnis zeigt, wie wichtig das Projekt Brenner-Nordzulauf für die Region ist.“

Bürgerinitiativen kritisieren das Trassenprojekt als Milliardengrab. Sie halten den Ausbau für nicht notwendig, warnen vor Folgen für die Umwelt und fürchten eine zusätzliche Verkehrsbelastung vor ihrer Haustüre. „Die Telefonumfrage der DB mutet sehr seltsam und obskur an“, sagte der Zweite Vorsitzende des Bürgerforums Inntal, Peter Margraf. Die Bahn mache den Versuch der Werbung in eigener Sache. Der Öffentlichkeit solle suggeriert werden, es bestehe Zustimmung. Dabei werde mit zunehmender Information durch Interessengruppen die Abwehrhaltung in der Bevölkerung immer breiter und energischer.

Der Umfrage zufolge sorgt sich mehr als die Hälfte der Befragten, dass die Bahn zu wenig für den Lärmschutz tun werde; 58 Prozent stimmten dem ganz oder eher zu. 38 Prozent waren ganz oder eher der Meinung, der Ausbau benötige zu viel Fläche. 76 Prozent hoffen aber auch, dass die Region von der neuen Infrastruktur profitieren wird.

Die Meinungsforscher hatten zunächst nach der Belastung durch den Lastwagenverkehr gefragt und danach, ob sich hier etwas ändern solle - was wenig überraschend mit 87 Prozent hohe Zustimmung fand. Danach wurde gefragt, ob das Trassenprojekt bekannt sei. 17 Prozent wussten noch nichts davon. Mehr als zwei Drittel gaben an, sie hätten gerne mehr Informationen. Die Bahn versprach, mehr zu tun. Die Antwort sei „für uns Ansporn und Auftrag gleichermaßen“, sagte Gruber.

Ganz vorne stand bei Anwohnern die Frage nach der Streckenführung, die allerdings noch nicht feststeht. Im Juni hatten DB und ÖBB Varianten vorgestellt. Bis Anfang 2020 wollen sie sich festlegen. Die DB hat versprochen, das im Dialog mit den Gemeindeforen zu tun.

Die neue Trasse soll die Schienen-Kapazitäten zum künftigen Brennerbasistunnel erhöhen, an dem in Österreich und Italien gebaut wird. Damit sollen mehr Güter auf die Schiene kommen und die vielbefahrene Brennerroute vom Lastwagenverkehr entlastet werden.

Brennernordzulauf

Pläne für Trassen von 2016

Brenner Basistunnel

Bürgerforum Inntal

Bund Naturschutz zu Brenner Basistunnel und Zulauf

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