Athletenvereinigung: „Deutliche Strafen“ in Doping-Prozess

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Justitia-Statue
Die Statue der Justitia mit einer Waage und einem Schwert in der Hand auf dem Gerechtigkeitsbrunnen. (Foto: Arne Dedert / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Im Dopingprozess gegen den Arzt Mark S. und vier Komplizen hofft das Sportlerbündnis Athleten Deutschland auf harte Strafen. „Ein effektiver Anti-Doping-Kampf muss sich zwingend mit den Netzwerken und Personen, die Doping ermöglichen, auseinandersetzen“, sagte der Geschäftsführer des Vereins Johannes Herber der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch, zwei Tage vor der Urteilsverkündung am Landgericht München. „Athletinnen und Athleten haben wiederholt ein schärferes Vorgehen gegen die Hinterleute und Begünstiger von Doping gefordert. Deutliche Strafen für die Angeklagten dieses Prozesses wären in dieser Hinsicht ein sehr wichtiges Zeichen.“

Gegen alle fünf Angeklagten sind am Freitag Schuldsprüche zu erwarten. Dem Erfurter Mediziner als Initiator und Organisator des jahrelangen Blutdopings droht eine Haftstrafe. Die Staatsanwaltschaft forderte fünfeinhalb Jahre, die Verteidigung hofft auf lediglich drei Jahre. Damit könnte der Thüringer, der seit Februar 2019 in Untersuchungshaft sitzt, schon bald vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Den anderen Angeklagten winken Bewährungsstrafen.

Mark S. und seine Helfer haben an Winter- und Radsportlern über mehrere Jahre Blutdoping betrieben. Im Laufe des Prozesses in München legten alle fünf Angeklagten Geständnisse ab.

Dies ist der erste große Strafprozess gegen Doper seit der Einführung des Anti-Doping-Gesetzes im Jahr 2015. Funktionäre und Politiker hoffen auf eine abschreckende Signalwirkung an Betrüger, für viele ist das Verfahren ein Lackmustest. „Seit Monaten blicken wir gespannt nach München, wo der Prozess gegen den Erfurter Arzt Mark S. Einblicke in die Abgründe des Sports liefert“, sagte Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. „Das Urteil dürfte Auswirkungen auf den gesamten Weltsport haben.“

Landgericht München II

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