Antisemitische Videos geteilt? Sechs Polizisten suspendiert

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Polizeiskandal in Bayern
Weitere acht Beamte des selben Einsatzzugs und wurden wegen ihrer Äußerungen in dem Chat aus ihren Einheiten genommen. (Foto: Lino Mirgeler / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Polizisten für spezielle Lagen: Das USK in Bayern

Das Unterstützungskommando (USK) ist eine Spezialeinheit der Polizei, die hauptsächlich bei besonderen Lagen wie Demonstrationen und Großveranstaltungen zum Einsatz kommt. Dazu zählen zum Beispiel Fußballspiele mit Konfrontationen zwischen gegnerischen Fans. Dem USK gehören in Bayern nach Angaben des Innenministeriums knapp 500 Beamte an.

Sie verteilen sich auf vier Hundertschaften und einen Zug in Würzburg. Zwei Hundertschaften in Nürnberg und Dachau sowie der Würzburger Zug unterstehen der bayerischen Bereitschaftspolizei. Die beiden anderen Hundertschaften gehören je zum Polizeipräsidium Mittelfranken und dem Präsidium München. Eine Hundertschaft besteht aus drei Zügen.

Das bayerische USK wurde den Angaben zufolge 1987 gegründet. Die Beamten unterstützen normale Einsatzeinheiten der Bereitschaftspolizei oder die Polizeipräsidien. Sie müssen bei der Einstellung eine besondere charakterliche Stärke und körperliche Fähigkeiten vorweisen.

 

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere Polizisten wegen eventuell strafbarer Inhalte in einer Chat-Gruppe. Unter anderem geht es um zwei Videos, die dort geteilt wurden und antisemitisch sein könnten.

Entdeckt wurde dies auf dem privaten Handy eines Polizisten. Auch intern werde deswegen gegen die Männer ermittelt, teilte die Münchner Polizei mit. Sechs Polizisten wurden vom Dienst suspendiert. Dem Vernehmen nach handelt es sich um eine Chatgruppe mit mehreren Dutzend Beamten. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Der Fall erinnert an den Polizeiskandal von Frankfurt. Dort sollen sich Polizisten über einen Messengerdienst beleidigende und fremdenfeindliche Bilder, Videos und Texte zugeschickt haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen Volksverhetzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Nazisymbole im Fotoarchiv

Im Münchner Fall wurde im Fotoarchiv des Handys außerdem ein Foto von einer Hakenkreuzschmiererei auf einem Betonsockel in einem Münchner Park gefunden. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte, dass nun geprüft werde, welche Inhalte strafrechtlich relevant seien. Auch der Einsatz eines Tasers gegen einen anderen Polizisten wird nach Angaben der Polizei untersucht.

Unter den Beamten seien vier Mitglieder des Unterstützungskommandos (USK), ein Beamter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd und ein Beamter des Bayerischen Landeskriminalamts, auf dessen Handy die Inhalte gefunden worden waren. Anlass dafür waren Ermittlungen wegen eines möglichen Sexualdelikts. Dies stehe in Zusammenhang mit einem Besuch mehrerer Polizisten in einem Lokal im Landkreis Miesbach. Auch hier ermittelt die Staatsanwaltschaft, die polizeilichen Ermittlungen sind nach Angaben der Münchner Polizei abgeschlossen.

Weitere Beamte beteiligt

Weitere acht Beamte des selben Einsatzzugs und ein Beamter des Spezialeinsatzkommandos (SEK) wurden nach Angaben der Münchner Polizei wegen ihrer Äußerungen in dem Chat aus ihren Einheiten genommen. Strafbar seien diese Äußerungen allerdings nicht, hieß es.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verurteilte die Vorfälle scharf und sicherte eine rückhaltlose Aufklärung zu. „Was sich nach bisherigen Erkenntnissen abgespielt haben soll, ist völlig inakzeptabel und bestürzend. Das widerspricht allen Werten, für die die bayerische Polizei steht“, betonte Herrmann. Man arbeite bereits an einer lückenlosen und nachhaltigen Aufklärung.

Herrmann erklärte, im aktuellen Fall müsse man, was strafrechtliche und disziplinarrechtliche Konsequenzen angeht, die weiteren Ermittlungen abwarten. Er betonte aber: „Wir dulden bei der bayerischen Polizei auch im privaten Bereich nicht, dass beispielsweise über das Internet bezogene Inhalte mit rechtsextremen, fremdenfeindlichen oder antisemitischen Bezug verbreitet werden. Wer sich derart verhält, hat in den Reihen der Polizei nichts zu suchen.“

Polizisten für spezielle Lagen: Das USK in Bayern

Das Unterstützungskommando (USK) ist eine Spezialeinheit der Polizei, die hauptsächlich bei besonderen Lagen wie Demonstrationen und Großveranstaltungen zum Einsatz kommt. Dazu zählen zum Beispiel Fußballspiele mit Konfrontationen zwischen gegnerischen Fans. Dem USK gehören in Bayern nach Angaben des Innenministeriums knapp 500 Beamte an.

Sie verteilen sich auf vier Hundertschaften und einen Zug in Würzburg. Zwei Hundertschaften in Nürnberg und Dachau sowie der Würzburger Zug unterstehen der bayerischen Bereitschaftspolizei. Die beiden anderen Hundertschaften gehören je zum Polizeipräsidium Mittelfranken und dem Präsidium München. Eine Hundertschaft besteht aus drei Zügen.

Das bayerische USK wurde den Angaben zufolge 1987 gegründet. Die Beamten unterstützen normale Einsatzeinheiten der Bereitschaftspolizei oder die Polizeipräsidien. Sie müssen bei der Einstellung eine besondere charakterliche Stärke und körperliche Fähigkeiten vorweisen.

 

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