Anbindegebot ist eine gute alte Regel

Lesedauer: 2 Min
Anbindegebot ist eine gute alte Regel
Anbindegebot ist eine gute alte Regel
Schwäbische Zeitung

Eigentlich sollen sich Gewerbegebiete an die Kommunen anschließen. So war es lange Zeit in Bayern geregelt. Nun bringt aber ausgerechnet Markus Söder als Heimatminister diese Regel zu Fall. Dabei war sie gut.

Das sogenannte Anbindegebot behinderte die Zersiedlung der Landschaft. Gleichzeitig störte es aber Gewerbetreibende und Kommunalpolitiker. Der Grund: Ortsnahe Lagen sind nicht unbedingt die besten Gewerbestandorte. Dies fängt bei der Verkehrsinfrastruktur an. So bieten etwa Lagen an Autobahn-Auffahrten Vorteile. Sie befinden sich jedoch oft abseits der Dörfer und Städte. Solche Standorte mussten in der Vergangenheit meist Wiese, Feld oder Wald bleiben. Zumindest fürs Auge war dies ein wertvoller Heimatschutz.

Für den Wohlstand ist Gewerbe entscheidend. Es muss also Raum für Ansiedlungen geben. Bisher hat dies trotz Anbindegebot funktioniert. Unternehmer gingen Kompromisse ein. Weshalb jetzt die Möglichkeit für landschaftszerstörerischen Wildwuchs geschaffen wird, bleibt unverständlich.

u.jauss@schwaebische.de

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen