Aischquelle versiegt: Folge von Klimawandel oder Gipsabbau?

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Trockenes Aisch-Flussbett
Das Flussbett der Aisch direkt an der Quelle ist ausgetrocknet. (Foto: Daniel Karmann / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die Quelle der Aisch in Mittelfranken ist ausgetrocknet. Die bei Burgbernheim entspringende Quelle sei vergangenes Jahr bereits stark rückläufig gewesen und nun vollständig versiegt, sagte der Sprecher des Landratsamts Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim, Matthias Hirsch, am Freitag. Mögliche Ursachen für das Austrocknen könnten der Klimawandel oder der in der Gemeinde von einem Unternehmen betriebene Gipsabbau sein.

So sei die Niederschlagsmenge rund um die Aischquelle in den vergangenen acht Jahren insgesamt um einen durchschnittlichen Jahresniederschlag zurückgegangen, sagte der Sprecher. Zusätzlich hätten sich in den vergangenen Jahren auch die Grundwasserstände auf ein historisches Tief hinbewegt.

„An dieser Entwicklung kann man die Zeichen des Klimawandels ablesen“, sagte Landrat Helmut Weiß (CSU). Um die Ursachen zu erforschen berief er einen Runden Tisch mit Experten des Wasserwirtschaftsamts, der Regierung von Mittelfranken, des Bergamts Nordbayern, Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden und Vertretern des gipsabbauenden Unternehmens ein.

Als erste Maßnahme wurde eine Wasserstandssonde an der Quelle eingebaut, um den Wasserspiegel kontinuierlich zu messen. Fünf weitere Grundwassermessstellen in dem Gipsabbaugebiet sollen bis zum Frühjahr Daten liefern, ob ein Zusammenhang zwischen dem Gipsabbau und dem Austrocknen der Quelle besteht.

Nach mehreren Trockenjahren in Folge seien die Grundwasserstockwerke in Franken sehr stark angespannt, sagte der Leiter des Ansbacher Wasserwirtschaftsamts, Thomas Keller. In den Winterhalbjahren habe sich zu wenig neues Grundwasser gebildet, sodass auf der Frankenhöhe derzeit neben der Aischquelle noch weitere Quellen trocken lägen.

Der Wasserstand der Aisch sei bislang jedoch nicht gesunken, weil Zuflüsse aus anderen Flüssen und Bächen den Ausfall der Quelle ausglichen. Auch die in der Region starke Karpfenwirtschaft werde nicht beeinträchtigt, da sich die Teiche aus den unteren Flussläufen der Aisch sowie aus anderen Flüssen speisten.

Ein Versiegen der Quelle könne aber zum Absterben des Ökolebensraums am oberen Flusslauf führen. „Die ausgetrocknete Aischquelle sieht drastisch aus. Sie ist ein Symbol der Region“, sagte der Behördenleiter. Landrat Weiß sagte, die Menschen betrachteten den Rückgang der Quelle mit großer Sorge.

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