200 Tierschützer demonstrieren vor Milchviehbetrieb

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Deutsche Presse-Agentur

Mit einer Mahnwache haben Tierrechtsvereine in Bad Grönenbach (Landkreis Unterallgäu) konsequente Aufklärung im Allgäuer Tierschutz-Skandal gefordert. Etwa 200 Menschen nahmen laut Polizei insgesamt teil. Die Versammlung begann bei einem großen Milchviehbetrieb, gegen den seit der Veröffentlichung mehrerer Videoaufnahmen im Juli 2019 wegen Tierschutz-Verstößen ermittelt wird. In der Folge gerieten vier weitere Allgäuer Betriebe ins Visier der Staatsanwaltschaften Memmingen und Kempten, die Ermittlungen dauern an.

Der Verein „Metzger gegen Tiermord“, ein Mitveranstalter der Mahnwache, wirft der lokalen Politik und dem Veterinäramt des Landkreises Unterallgäu „Tatenlosigkeit“ und „systembedingtes Versagen“ vor. Die Mahnwache solle „ein deutliches Signal an die Behörden und verantwortlichen Politiker sein, endlich mit aller Härte des Gesetzes gegen diese Fälle von Tierquälerei vorzugehen“, sagte ein Sprecher des Vereins.

Bereits kurz nach der Veröffentlichung der Videos des Tierrechtsvereins „Soko Tierschutz“ vor einem Jahr hatten nach Polizeiangaben mehrere hundert Teilnehmer in Bad Grönenbach gegen angebliche Tierquälerei in dem Großbetrieb demonstriert, aus dem die Aufnahmen stammen sollen.

Das bayerische Verbraucherschutzministerium kündigte nach dem Skandal eine Strukturreform bei den Tierschutz-Kontrollen an: Eine bayernweit zuständige Behörde übernahm die Überwachung von großen Rinderbetrieben, 70 neue Stellen für Tierärzte wurden im Freistaat geschaffen.

Trotz leichter Verbesserungen herrscht bei den Veterinärämtern in den Landkreisen aber weiter Personalmangel, heißt es vonseiten des Landesverbands der beamteten Tierärzte in Bayern. So sind im Landkreis Unterallgäu sechs Veterinäre für etwa 130 000 Rinder von 1484 Haltern zuständig - dazu kommen knapp 5000 Halter andere Tiere.

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